Feurige Blumen am Regenhimmel über dem See
Konstanz/Kreuzlingen (gro) Zauberhafte Blumengebinde haben die schweizerischen Feuerwerker an den regnerischen Nachhimmel gezaubert. In Sachen Poesie liefen sie damit beim diesjährigen Seenachtfest ihren deutschen Kollegen um Feuerwerksweltmeister Joachim Berner den Rang ab. Die Pyrotechniker der Stucki AG aus dem Kanton St. Gallen erwiesen sich endgültig als würdige Nachfolger von „Bomben-Müller“, der im 19. Jahrhundert gegründeten und vor zwei Jahren aufgelassenen pyrotechnischen Fabrik in Kreuzlingen, der bis dahin ältesten Schweizer Produktionsstätte von Feuerwerkskörpern.
Dem (schlechten) Wetterbericht will man gerne nicht glauben
Niesselregen hatte das aus Süden unerbittlich herannahende, mit Feuchtigkeit gesättigte Tiefdruckgebiet am Samstag gegen 18 Uhr angekündigt. Doch das Konstanzer Wetter war da schon mindestens zwei Tage lang deutlich besser gewesen als es die Vorhersagen prophezeit hatten. Warum sollte das ausgerechnet am Haupttag des Konstanzer Event-Reigens anders sein? Die Optimisten schienen erneut Recht zu behalten, als der Regen eine halbe Stunde später fast ganz aufhörte – um 40 Minuten danach mit kräftigem und eben auch anhaltendem Niederschlag erneut einzusetzen.
Junge Leute suchen Schutz im Lago-Shopping-Center
Der kräftige Dauerregen brachte schnell Probleme. Zum Beispiel dadurch, dass hunderte meist jugendliche Festbesucher Schutz suchten im Lago. Über Lautsprecher wurde dann kurz nach 20 Uhr darauf aufmerksam gemacht, dass das Shopping-Center schliesse. Plötzlich musste mit einer baldigen Räumung gerechnet werden. Bei den Zuflucht Suchenden handelte es sich zu einem grossen Teil um eher zahlungsschwache Leute, die sich den Eintritt aufs seenahe Gelände sparen wollten, um nach dem Feuerwerk preiswert aufs Party-Areal Klein Venedig zu gelangen. Preiswert war’s am Ende auch dieses Jahre, aber auch sehr viel feuchter, trotz Schirm und wetterfester Kleidung.
Am Ende sind alle begeistert vom Feuerzauber
Bei der Konstanzer Polizei gab es Erwägungen, das Seenachtfest wegen des schlechten Wetters vorzeitig abzubrechen. Dass auch die Feuerwerker mit der herabfallenden Feuchtigkeit zu kämpfen hatten, zeigte sich darin, dass der Feuerzauber auf Konstanzer Seite bereits 10 Minuten vor der ursprünglich vereinbarten Zeit gezündet wurde. Die Pyrotechniker sorgten sich offensichtlich vor einer zu starken Durchnässung ihrer Raketen und Zündschnüre und des ganzen, elektronisch gesteuerten Equipments. Sei’s drum, am Ende waren alle begeistert vom Feuerzauber, auch wenn es auf Konstanzer Seite am Anfang einige Schwierigkeiten gab, die Musical-Weisen mit den wohl etwas voreilig in den Himmel geschossenen Raketen zu synchronisieren. Bild: Erich Gropper





