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10. September 2010 | Aus der Praxis der Integration

In Kreuzlingen jetzt Islamunterricht an Grundschulen

Konstanz/Kreuzlingen (gro) In Sachen Integration läuft uns die schweizerische Nachbarstadt Kreuzlingen mühelos den Rang ab. Während hierzulande die Wogen hoch gehen wegen eines gewissen Thilo Sarrazin, der unter anderem wirr wirkende Thesen über die mangelnde Bildungsfähigkeit muslimischer Einwanderer verbreitet, werden jenseits der Grenze integrative Nägel mit Köpfen gemacht: Seit dem neuen Schuljahr erhalten 24 Kreuzlinger Schulkinder der 4. Klasse Unterricht in ihrer - der islamischen – Religion. Die rechtskonservative SVP hat Bedenken angemeldet. Doch die wurden von der Thurgauer Kantonsregierung zurück gewiesen.

Es sind die Kinder, die für Konsens sorgen

Sarrazin hat inzwischen angekündigt, sich aus dem Vorstand der Deutschen Bundesbank zurückzuziehen und dies vom Bundespräsidenten auch schon gestattet bekommen. Doch das bringt die Integration von Andersgläubigen (anders woran?) nicht weiter. Denn Integration spielt sich nicht bei „denen da oben“ ab, sondern ganz unten. Bei den Kindern zum Beispiel, die damit keine Probleme haben. Und wenn Eltern verschiedener Kulturkreise nicht mit einander können, sind es fast immer die Kinder, die für erfolgreiche Annäherung sorgen.

Das Projekt ist auf 3 Jahre angelegt

In Kreuzlingen hat man das erkannt. Dort unterrichtet Imam Rehan Neziri seine 24 moslemgläubigen Viertklässler in den zwei Kreuzlinger Primarschulzentren gemäss dem Lehrplan. Das Interesse an diesem auf drei Jahre angelegten Projekt ist in der Schweizer Politik recht gross. Das Thurgauer Kantonsparlament wird sich damit befassen. SVP-Kantonsrat Hermann Lei aus Frauenfeld will sicher gestellt wissen, dass der Unterricht „nicht durch Islamisten erteilt“ wird, wie die „Thurgauer Zeitung“ berichtet.




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14 Kommentare

  1. 1. Leser

    Mag sein, daß die Thesen von Sarrazin “wirr wirken”. Aber nur, wenn man sich nicht näher mit ihm beschäftigt hat. Und mit der Problematik, die er anspricht. (Und dafür mit einer beispiellosen Hetzkampagne überzogen wird - wir sind wieder soweit, daß Bücher brennen, daß mißliebige Personen und Meinungen von Staats wegen verboten werden!)

    Ich empfehle die Lektüre seines Buches. Höchst interessant. Aber wie die Politik ja mittlerweile auch zugibt: “nichts Neues”. Umso bedenklicher, daß sich Politiker, die ja vom Selbstverständnis her dem dummen Volk trotz teilweise hanebüchenen Lebensläufen überlegen sind und als einzige in der Lage sind, sich “in komplexen Themen einen Überblick zu verschaffen”. Was diese arroganten Säcke dem gemeinen Volk - bestehend auch aus Ingenieuren, Ärzten, Facharbeitern und in der Mehrheit intelligenten Leuten - nicht zutrauen. Und trotzdem die Gefahren und Folgen ungezügelter Einwanderung bildungsresistenter, gewaltbereiter, integrationsunwilliger und unproduktiver Gestalten in unsere Sozialsysteme (Deutschland, das Weltsozialamt!) 40 Jahre lang nicht gesehen haben. Bravo!

    Dazu kommt noch eine arrogante Medienlandschaft, die es nicht lassen kann, das blöde Volk zu erziehen. Auch wenn ich die Beiträge von Dornröschen sehr schätze - ob Sarrazins Thesen “wirr” sind oder vielleicht nicht, sollten Journalisten ihre Leser selber beurteilen lassen.

  2. 2. Erich Gropper

    Mir (gro) ist es gerade umgekehrt gegangen: Je mehr ich mich mit Thilo Sarrazins Thesen auseinandersetzte, desto mehr erschienen sie mir als unzutreffend – und eben auch wirr. Dazu gehört Sarrazins Versteifung auf die genetische Bedingtheit von Intelligenz, womit er die „zunehmende Verdummung“ Deutschlands zu begründen versucht (weil vor allem weniger intelligente muslimische Migranten mehr Kinder bekämen als Deutsche - nachzulesen in seinem 464 Seiten mächtigen Buch „Deutschland schafft sich ab. Wie wir unser Land aufs Spiel setzen“ ). Dass über Integration gesprochen, ja engagiert und auch kontrovers diskutiert werden muss, dürfte unbestritten sein. Doch leider wird in diesem Fall kaum über die eigentlichen Probleme und deren Bewältigungsmöglichkeiten gestritten, sondern viel mehr über Herrn Sarrazin, sein Buch, seine SPD-Zugehörigkeit und seinen Job als Bundesbanker. Völlig unmöglich machte sich Sarrazin schliesslich, als er von einem „jüdischen Gen“ daherredete. Dabei bleibt ebenfalls unbestritten, dass Sarrazin das Recht hat, seine Meinung frei zu äussern. Doch abgesehen davon, dass es einen wesentlichen Unterschied ausmacht, ob man als Stammtischbruder räsoniert oder als ehemaliger Berliner SPD-Finanzsenator und Bundesbankvorstand, sollte es auch erlaubt sein, etliche seiner Thesen als „wirr“ zu bezeichnen, wenn das so nahe liegt wie in diesem Falle.

  3. 3. Leser

    Sarrazin pfeffert einem in seinem Buch eine Statistik nach der anderen um die Ohren, daher lassen sich seine Aussagen sehr gut nachvollziehen. Außerdem ist es ja wohl so, daß man schon mal genau hingucken muss, wer hier in unser Land kommt. Leider ist es so, daß wir sämtliche bildungsfernen Unterschichten anziehen, denn hier bekommen sie ein fürstliches Auskommen, daß mit einer erhöhten Kinderzahl sehr komfortabel ist. Wo gibt es das denn sonst noch auf der Welt? Wieso kommt nicht der Ingenieur aus Istanbul zu uns? Den könnten wir brauchen! Denn jährlich wandern 100.000 hochqualifizierte Deutsche aus. Es ist klar, warum der in seiner Heimat bleibt. Denn hier beraubt ihn der Staat um die Hälfte seines Lohnes. Der wäre ja blöd, hierher zu kommen.
    Es bekommen nun mal die weniger intelligenten muslimischen Einwanderer mehr Kinder, als die gut situierten und gebildeten Deutschen. Was das bedeutet, lässt sich leicht an Neuköllns Schulen in Berlin beobachten: Bis zu 90% Migranten, die das Niveau nach unten ziehen. Rette sich wer kann. Fragen Sie einmal die Lehrer dort, wie das so mit dem Niveau ist.
    Und zum Juden-Gen: Blöde Geschichte, weil es irgendwie albern ist. Zugegeben. Aber auch hier hat er trotzdem recht. Die Herkunftsanalyse mittels DNS ist eine gängige Methode unter Juden, die hier beschrieben wird: http://www.igenea.com/docs/hagalil/hagalil.htm
    Und Gene sind auch dafür verantwortlich, daß Afrikaner so aussehen, wie sie aussehen und Japaner, wie Japaner. Auch haben Schweden einen anderen Humor, als Chilenen und unter “Arbeit” versteht der Italiener etwas anderes, als der Däne. Man muss ja nicht so tun, als würden wir Menschen uns nicht unterscheiden. Auch wenn ihr Sozis gerne den Einheitmensch hättet, die Einheitsmeinung und alle Gleich sein sollen. Das ist nun mal nicht so. Sarrazin klamüsert das auseinander und spricht Klartext.
    Fatal finde ich, daß die Bundeskanzlerin höchstpersönlich ein Buch kommentiert und daß die SPD-Führung Sarrazin rausschmeißen will. Die DDR lässt grüßen.
    Und was bedeutet schon “Stammtischbruder”? Das sind ja wohl inzwischen die linksrotgrünen Spießgesellen mit der Solaranlage auf dem Dach und ihrem starren Weltbild.

  4. 4. Erich Gropper

    Pardon, ich (gro) muss mich wiederholen: Je mehr man sich mit Thilo Sarrazin und seinem neuen Buch beschäftigt, desto mehr stösst man auf Ungereimtheiten. Und das Herumpfeffern mit Statistiken sollte zunächst einmal stutzig machen und weniger gläubiges Staunen auslösen. Mit Statistiken, so lautet ein Bonmot, lasse sich alles nachweisen, auch das Gegenteil. Und in der Tat haben kritische Analysen der von Sarrazin genutzten Zahlenwerke fundamentale Auslegungsfehler zu Tage gefördert. Auch das wäre in den Medien nachzulesen, etwa in der „Süddeutschen“, in der „Frankfurter Allgemeinen“, in der „Zeit“ oder in der „Welt“. Doch es interessiert eben kaum jene, denen Sarrazin bestätigt, was sie selber nur zu gerne glauben.

    Doch genug der eigenen Meinung. Lassen wir heute an dieser Stelle besser Andreas Zielcke zu Wort kommen, der eine solche kritische Analyse zu Sarrazins neuem Buch am vergangenen Donnerstag in der „Süddeutschen Zeitung“ veröffentlciht hat. Wir geben daraus einige wesentliche Abschnitte zum Besten:

    „ Es geht los mit dem Zuwanderungsstrom aus der Türkei. Er hat inzwischen nicht nur abgenommen, sondern sogar die Richtung verkehrt. Ruprecht Polenz, der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Bundestages, nennt in seinem aktuellen Buch ,Besser für beide. Die Türkei gehört in die EU‘ die jüngsten Zahlen. 2009 wanderten 30000 Türken hier ein, 40000 siedelten in die Türkei um. So verlockend ist das deutsche Hartz-IV-System, das Sarrazin als verhängnisvollen Magneten ausmacht, offenbar nicht.

    Der jüngste Bericht des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge weist für die Migration von und nach Deutschland einen negativen Saldo aus, nicht nur für Türken. Man flieht das Land eher, als das man es aufsucht.

    Dann die Geburtenzahlen. Schon die Türkei selbst wird geradezu gequält von rückläufigen Geburtenraten. Seit Mitte der achtziger Jahre fallen sie unaufhaltsam. Türkische Frauen in der Türkei bringen heute im Durchschnitt 2,1 Kinder zur Welt, das ist kaum noch mehr als in Frankreich (2,01 Kinder). Zwar gibt diese Zahl nicht das Gefälle wieder zwischen den türkischen Städten, deren Geburtenraten zunehmend denen unserer Städte ähneln, und der tiefen anatolischen Provinz, wo die Frauen nach wie vor viel mehr Kinder bekommen.

    Doch der Trend ist eindeutig, mit dem Zug nach Westen sinkt die Kinderzahl. Die ,Population Division‘ der UN meldet übrigens für Pakistan, Ägypten und Iran denselben Trend.

    Noch wichtiger aber sind die Zahlen für die Musliminnen hierzulande, die angeblich so beängstigend viele ,Kopftuchmädchen‘ in die deutsche Welt setzen. Nach einer Studie der Universität Rostock, über die die ,Welt‘ am 11. August berichtete (vor der Sarrazin-Hysterie also), ist die Lage eindeutig: ,Migrantinnen nähern sich bei der Wahrscheinlichkeit, ein Kind zu bekommen, den deutschen Frauen an. War bei Einwanderinnen der ersten Generation, die kinderlos nach Deutschland gekommen waren, jene Wahrscheinlichkeit noch zweieinhalb Mal höher als bei Deutschen, so liegt sie bei den Töchtern der Migrantinnen nur noch 1,2 Mal über dem Wert der Deutschen.

    Rechnet man dann noch sozioökonomische Faktoren heraus, berücksichtigt man also, dass Migrantinnen im Durchschnitt ärmer und weniger gebildet sind und dass auch Deutsche aus unteren Schichten mehr Kinder haben und früher gebären, so muss man feststellen, dass in der zweiten Generation die Herkunft als solche so gut wie bedeutungslos für das Gebärverhalten ist. Migrantinnen weisen nicht, wie oft angenommen, höhere Geburtenzahlen auf als deutsche Frauen.‘

    Ähnliches gilt für die Bildungssituation der Türken. Schlecht wie sie unbestreitbar ist, so ist dennoch der Wunsch vieler türkischer Familien, aufzusteigen und ihren Kindern eine bessere Ausbildung zu verschaffen, größer als bei vergleichbaren deutschen Unterschichtsfamilien: ,Bei gleicher Leistung und ähnlichem sozialem Hintergrund‘, schreibt ebenfalls die ,Welt‘ am 23. August, ,wechseln türkische Kinder häufiger auf die Realschule oder das Gymnasium als deutsche Kinder. Der Bildungsanspruch in türkischen Familien sei höher als in deutschen, fand Jörg Dollmann vom Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung heraus.‘

    So geht es weiter, vor allem auch bei den behaupteten Kosten der Immigranten für den deutschen Staat. Sarrazin und die meisten, die das System der staatlichen Transferleistungen kritisch betrachten, betonen zwar zu Recht den problematischen Effekt der sozialen und mentalen Abhängigkeit, den jede dauerhafte Alimentation verursacht. Doch für die Kosten/Nutzen-Rechnung (problematisch wie diese ohnehin für ein aufgeklärtes Staatsverständnis ist) nehmen sie unvernünftigerweise allein den Fiskus, nicht aber die gesamte Volkswirtschaft in den Blick.

    Bei der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung scheinen jedenfalls die Immigranten, geht man nach vorliegenden Studien, ohnehin unterm Strich einen positiven Beitrag zu leisten.

    Wenn all diese Fakten und Forschungsergebnisse nicht zur Kenntnis genommen werden, heißt dies wohl: Man will sich ängstigen, koste es auch die Wahrheit. Warum auf die angebliche Verdummung durch die Einwanderer warten, wenn man sie selbst besorgen kann?“

    Wer es bis hierher geschafft hat, den Kommentar zu lesen, dem möchten wir am Ende zumuten, noch einmal zurück zu kehren an den Anfang, an den Beginn der Nachricht, dass an den zwei Kreuzlinger Grundschulzentren der Islamunterricht als reguläres Bildungsfach eingeführt worden ist. Denn es geht, wie weiter oben angemerkt, nicht um Sarrazin und seine teilweise etwas wirren Thesen, sondern um die bessere Integration von Menschen, die es - aus welchen Gründen auch immer - zu uns geschafft haben.

  5. 5. Leser

    Ausgerechnet die “Süddeutsche” - Volkerziehungsblättchen und Sprachrohr Deutschlands Traumtänzer.

    “Politik beginnt mit dem Betrachten der Wirklichkeit.” Das hat Kurt Schumacher gesagt. Parteivorsitzender der SPD von 1946 bis 1952. Ausnahmsweise mal was Vernüftiges aus den Reihen der SPD. Auch wenn es lange her ist. Dieser Satz ist aktueller, denn je.

  6. 6. Erich Gropper

    Tja, lieber Herr „Leser“, ausgerechnet die „Süddeutsche“, ausgerechnet die „Zeit“, die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“, ausgerechnet die „Welt“, der CDU-Politiker Rupert Polenz, ausgerechnet das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, die Universität Rostock, der Kanton Thurgau und eben auch http://www.dornroeschen.nu

    Ausgerechnet?

    Sie sollten schleunigst Ihren Namen ändern, denn Sie lesen nicht, sie polemisieren nur, und das ohne Boden unter den Füssen.

  7. 7. Kultur

    “Völlig unmöglich machte sich Sarrazin schliesslich, als er von einem „jüdischen Gen“ daherredete.” Zitat E. Gropper

    Konstanzer Professor: “Ja, ein jüdisches Gen gibt es”

    Hallo gro, nicht aufgeben, aber hat jetzt der Konstanzer Professor auch unrecht?????

  8. 8. Erich Gropper

    Selbstverständlich hat der Professor mit seinem “jüdischen Gen” so wenig Recht wie Thilo Sarrazin.

    Dass der Hinweis auf ein “jüdisches Gen” Unsinn ist, wird schon daraus klar, dass man ja auch nicht von einem christlichen Gen, einem buddhistiischen, islamischen oder hinduistischen Gen spricht, von der rein wissenschaftlichen Unmöglichkeit eines solchen “Gens” einmal ganz abgesehen.

    Sarrazin meint damit spezielle Eigenheiten oder Eigenschaften. Dies als “genetisch” zu bezeichnen, war bis vor etlichen Jahren möglich. Inzwischen hat sich durch die Fortschritte und die damit zusammen hängende Diskussion in Sachen Gen-Technik ein neues Bewusstsein gebildet, das das “Gen” beim Menschen im vorliegenden Streitfall zum rassistischen Merkmal macht.

    Diese Auffassung muss man nicht teilen. Einem ehemaligen Finanzsenator und Bundesbanker sollte aber klar sein, dass er, Sarrazin, genau so wie der oben erwähnte Konstanzer Professor, mit dem Verweis auf ein “jüdisches Gen” für eine reichlich wirre These sorgt.

  9. 9. Kultur

    @gro danke für die Info

    Aber Integration ist doch wohl nicht, wenn wir fremde Kulturen zu uns verlagern, ihnen unseren sozialen Volks-Status geben, ihnen jetzt noch islamischen Unterricht und alle religiösen Mitteln verschaffen, damit sie sich eben nicht (!) integrieren brauchen. Integration ist doch wohl, dass wir Migranten an unsere (!) Kultur heranführen und sie auch bereit sind, sich in unsere Kultur zu integrieren.

    Abgesehen von den Sarrazin-Thesen, aber da verstehe ich Sie in Ihrer persönlichen Auffassung nicht.

  10. 10. Erich Gropper

    @Kultur
    Sie schneiden ein Problem an, das sich meiner Meinung nach überholt hat. Es geht längst nicht mehr ums Bewahren der einen oder anderen Kultur. Gefragt ist vielmehr, wie das Zusammenleben der verschiedenen Kulturen am besten zu bewerkstelligen wäre: Soll eine Synthese angestrebt werden, ein Miteinander? Oder soll besser versucht werden, ein Nebeneinander der Kulturen zu organisieren?

    Oder soll man die Welt vielleicht aufteilen und die Angehörigen der verschiedenen Kulturen in ihre jeweiligen kulturellen Areale einweisen? Natürlich würde das nicht funktionieren. Denn die Aufteilung der Welt und der Menschen wird in erster Linie von ökonomischen Gesichtspunkten beeinflusst.

    Das bedeutet letzten Endes, dass wir Ohnmächtigen uns, um stark zu bleiben, mit einander arrangieren müssen. Das kann man lernen, zum Beispiel am Verhalten von Kindern verschiedener Kulturkreise.

    Wir Menschen sind nämlich, so sehr man uns auch das Gegenteil weiss machen will, gar nicht sehr verschieden. Mich wundert es bis heute, und ich bin inzwischen viel herum gekommen, wie unglaublich ähnlich wir uns alle sind, trotz all der Kulturkreise, Religionen und Sitten.

    Die Unterschiede sind, soweit ich das feststellen konnte, weniger den unterschiedlichen spirituellen Hintergründen geschuldet als vielmehr ökonomischen und machtpolitischen Interessen. Die betreffenden Interessenten wissen seit jeher, wie sich rituell gewordene Spiritualität für ihre Zwecke einspannen lässt. Das fängt an beim reichsten Europäer (H&M), der Hemden, Jacken und Hosen von eifrig und zuverlässig arbeitenden Moslems in Bangladesch nähen lässt und hört auf beim US-amerikanischen Soldaten, der für eine potenzielle Grosstankstelle namens Irak sein Leben dahingibt.

    Um ein weiteres Beispiel für das Nebeneinander und Gegeneinender von Kultur zu geben, möchte ich daran erinnern, dass es unter dem Regime von Saddam Hussein in Bagdad 50 Kirchen gegeben hat, in denen die Christen der irakischen Hauptstadt in Ruhe ihre Gottesdienste feiern konnten. In Saudi Arabien dagegen war und ist es bei Todesstrafe verboten, einem christlichen Gottesdienst auch nur beizuwohnen – in einem Land, das dem Westen ökonomisch und politisch eng verbunden ist.

    Inzwischen sind etwa 90 Prozent der Christen aus dem Irak geflohen, weil sie zwischen die Fronten der Suniten und der Schiiten gerieten. Die meisten der geflüchteten Christen fanden Aufnahme in Syrien, einem ebenfalls überwiegend muslimischen Land, mit dem sich der Westen ausgesprochen schwer tut.

    Ich will damit deutlich machen, worauf es meiner Meinung nach wirklich ankommt: Dass man einander hilft, dass man Solidarität entwickelt, das Gemeinsame erlebt und pflegt, und nicht die Angst vor der angeblich so anderen, fremden Kultur.

  11. 11. Leser

    Wie mag es wohl auf jüdische Mitschüler wirken, wenn sie dann erfahren, dass sie im Koran mit Affen und Schweinen gleichgesetzt werden?

    Sure 5, Vers 60:
    Sag: Soll ich euch kundtun, was als Belohnung bei Allah noch schlechter ist? Diejenigen, die Allah verflucht hat und denen Er zürnt und aus denen Er Affen und Schweine gemacht hat und die falschen Göttern dienen.

    Sure 2, Vers 65:
    Und ihr kennt doch diejenigen von euch, die den Sabbat übertraten. Da sagten Wir zu ihnen: “Werdet verstoßene!”

    Wie fühlen sich wohl muslimische Schülerinnen, wenn sie erfahren, dass sie später einmal bei Widerspenstigkeit von ihren Ehemännern geschlagen werden dürfen?

    Sure 4, Vers 34:
    Und diejenigen, deren Widersetzlichkeit ihr befürchtet, ermahnt sie, meidet sie im Ehebett und schlagt sie.

    Ach so - wir sind ja Tolerant und aufgeklärt. Deswegen bejubeln wir so was ja.

  12. 12. Wassermann

    @Leser
    Ja, da stehen schon eigenartige Sachen im Koran. Übrigens wie auch in der Bibel. Sind ja auch nicht mehr die Jüngsten.

    Gleich nach der eigenartigen Geschichte mit Adam und Eva aus der Rippe gehts ja deftig mit Brudermord weiter (Kain und Abel). Und es geht mit hurtigem Morden und Schlachten ziemlich blutig weiter.

    Ganz schön fies finde ich auch den Ehebruch-Test in der Bibel: “…und der Priester soll in seiner Hand bitteres verfluchtes Wasser haben und soll das Weib beschwören und zu ihr sagen: Hat kein Mann bei dir gelegen, und bist du deinem Mann nicht untreu geworden, daß du dich verunreinigt hast, so sollen dir diese bittern verfluchten Wasser nicht schaden.” (4 Mose 5)

    Also der Frau Gift geben und wenns sie es überlebt, ist sie unschuldig.

    In der Kirche hat mir übrigens auch niemand gesagt, daß die den armen Jan Hus hier in Konstanz verbrannt haben, weil er anderer Meinung war.

    Also, es gibt da in jeder Religion so dies und das. Ist ja blöd, das jetzt gegeneinander aufzuzählen. Das erinnert an die Kreuzzüge und so, oder..?

    Ich find das ganz gut, wenn das die Schüler in der Schule lernen, und nicht in einem Hinterzimmer einer Moschee oder vor dem Priester kniend in der Kirche.

    Da kann man vielleicht auch mal über die eine oder andere Frage diskutieren, und die blumige Bildersprache dieser Bücher entsprechend interpretieren.

  13. 13. Kultur

    In Deutschland geben Sozialromantiker und Beschwichtiger den Ton an, sagt Ralph Giordano und stellt zehn Thesen zur Integrationsdebatte auf.

    1.Solange gebildete, berufsintegrierte und akzentfreies Deutsch sprechende Muslima in Talkshows mit wirklichkeitsfernen Sätzen wie „die Frage der Integration stellt sich gar nicht“ so tun, als sei ihr Typ exemplarisch für die muslimische Minderheit in Deutschland und die Gleichstellung muslimischer Frauen eben um die Ecke – so lange hat Thilo Sarrazin recht.

    2. Solange diese Vorzeige-Muslima sich lieber die Zunge abbeißen würden als einzugehen auf das, was kritische Muslima so authentisch wie erschütternd berichtet haben über den Alltag der Unterdrückung, Abschottung und Ausbeutung, der Zwangsehe und Gefangenschaft muslimischer Frauen und Mädchen bis hin zu der unsäglichen Perversion der „Ehrenmorde“ – so lange hat Thilo Sarrazin recht.

    3. Solange widerstandslos hingenommen wird, dass Moscheen in Deutschland nach Eroberern der türkisch-osmanischen Geschichte benannt werden, nach Sultan Selim I. oder, wie im Fall der sogenannten Fatih-Moscheen, nach Mehmet II., dem Eroberer von Konstantinopel – so lange hat Thilo Sarrazin recht.

    4. Solange höchste Verbandsfunktionäre, wie der Generalsekretär des Zentralrats der Muslime in Deutschland, der Deutsch-Syrer Aiman Mazyek, vor laufender Kamera und Millionen Zuschauern erklären können, Scharia und Grundgesetz seien miteinander vereinbar, ohne sofort des Landes verwiesen zu werden – so lange hat Thilo Sarrazin recht.

    5. Solange rosenkranzartig behauptet wird, der Islam sei eine friedliche Religion, und flapsig hinweggesehen wird über die zahlreichen Aufrufe des Koran, Ungläubige zu töten, besonders aber Juden, Juden, Juden – so lange hat Thilo Sarrazin recht.

    6. Solange die weitverbreitete Furcht vor schleichender Islamisierung in der Bevölkerung als bloßes Luftgebilde abgetan wird und nicht als demoskopische Realität ernst genommen – so lange hat Thilo Sarrazin recht.

    7. Solange von hiesigen Verbandsfunktionären und türkischen Politikern penetrant auf Religionsfreiheit gepocht wird, ohne jede parallele Bemühung um Religionsfreiheit in der Türkei – so lange hat Thilo Sarrazin recht.

    8. Solange nicht offen gesprochen wird über islamische Sitten, Gebräuche und Traditionen, die mit Demokratie, Menschenrechten, Meinungsfreiheit, Gleichstellung der Geschlechter und Pluralismus nicht vereinbar sind – so lange hat Thilo Sarrazin Recht.

    9. Solange die großen Themen der Parallelgesellschaften wie Gewaltkultur, überbordender Nationalismus, offener Fundamentalismus, ausgeprägter Antisemitismus und öffentliches Siegergebaren mit demografischer Drohung nicht zentrale Punkte des nationalen Diskurses sind – so lange hat Thilo Sarrazin recht.

    10. Solange Deutschlands Sozialromantiker, Gutmenschen vom Dienst, Pauschal-Umarmer und Beschwichtigungsapostel weiterhin so tun, als sei das Problem Migration/Integration eine multikulturelle Idylle mit kleinen Schönheitsfehlern, die durch sozialtherapeutische Maßnahmen behoben werden können – so lange hat Thilo Sarrazin recht.

    Postskriptum.
    Ein integrationsfördernder Vorschlag: Wenn denn das offene Haar der Frau die männliche Begierde weckt, wäre es da nicht besser, den Männern Handschellen anzulegen, als den Frauen das Kopftuch zu verordnen?

  14. 14. Wassermann

    @Kultur

    Ich gehe hin und wieder in einen türkischen Laden, um ein paar Spezialitäten zu kaufen, die ich seit meinen Türkei-Aufenthalten nicht mehr missen möchte und die ich in deutschen Läden nicht finde. Und manchmal rede ich mit den Leuten. Obwohl ich kein Türkisch kann.
    Bin ich nun schon ein “Sozialromantiker, Gutmensch vom Dienst, Pauschal-Umarmer”?

    Als ich den Inhaber darauf ansprach, was er von der ganzen Diskussion im Moment halte, meinte er: “Wir brauchen in dieser Welt keinen neuen Krieg, wir brauchen ein Miteinander”. Seine Frau, mit Kopftuch, nickte zustimmend.

    Ich finde, dieser “Gemüsehändler” (das ist ja auch schon als abwertende Bezeichnung verhandelt worden), ist um einiges menschlicher als ein Ralph Giordano.

    Warum? Die zehn Thesen dienen eher dazu, die Welt in zwei Lager zu spalten. Wo sind seine konstruktiven Thesen? Was schlägt er denn vor, um den Konflikt zu lösen?

    Herr Giordano ist ein Meister des Populismus, seine Äusserungen und Begriffe sind latent beleidigend (Vorzeige-Muslima, menschliche Pinguine, - damit meinte er nicht die katholischen Nonnen sondern die Burka-Trägerinnen), und er findet damit seine Anhänger.

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