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23. September 2010 | Erste Kurse abgesagt

Bürgermeister Claus Boldt informiert heute über vhs-Affäre

Konstanz (gro) Bürgermeister Claus Boldt will im nichtöffentlichen Teil der heutigen Gemeinderatssitzung die Mitglieder des Stadtparlaments über die vhs-Affäre informieren und die Hintergründe darlegen, die zur fristlosen Entlassung von Verwaltungsleiter Reiner Schmid und seiner Frau Gabi Schmid geführt haben. Boldt soilte Bescheid wissen, denn heute läuft die vom Arbeitsgericht gesetzte Frist ab für die Begründung der fristlosen Kündigungen, und über diese Begründung dürfte im vierköpfigen Vorstand des vhs-Trägervereins, dem Boldt angehört, ausgiebig beraten worden sein. Inzwischen sind wohl als unmittelbare Folge der Kündigungen die ersten Kurse storniert worden.

„Tragende Säulen des Unternehmens vhs“

Nach wie vor wird bei Mitarbeitern und Dozenten der vhs Konstanz-Singen gerätselt, wie es zu den fristlosen Kündigungen kommen konnte. Das hat einige Dozenten, wie man hört, derart verunsichert, dass sie ihre Kurse abgesagt haben. Reiner wie Gabi Schmid sind allgemein als korrekte, hilfreiche und vor allem sachkundige Führungspersonen bekannt und geschätzt. Mehrfach wurde ihnen in der Vergangenheit versichert, dass sie zu den tragenden Stützen des Unternehmens vhs gehören. Sie geniessen den Respekt der Verbandsleitung auf Landesebene. Nicht zuletzt dadurch, dass es Reiner Schmid, der auch für die Finanzen der vhs Konstanz-Singen verantwortlich ist, gelungen ist, „seine“ Weiterbildungseinrichtung mit einer Selbstfinanzierungsquote von schon sagenhaften 80 Prozent auszustatten.

Kommunen und Landkreis zahlen nur 20 Prozent der Kosten

Einfacher ausgedrückt: Konstanz, Singen und Stockach leisten sich im Verbund mit den zahlreichen Aussenstellen in den Klein- und Stadteilgemeinden Aach, Allensbach, Bodman-Ludwigshafen, Eigeltingen, Engen, Gaienhofen, Gailingen, Gottmadingen, Hilzingen, Hohenfels, Dettingen, Dingelsdorf, Litzelstetten, Moos, Mühlhausen-Ehingen, Mühlingen, Öhningen, Orsingen-Nenzingen, Reichenau, Rielasingen-Orsingen, Steisslingen, Espasingen, Hindelang, Wahlwies, Winterspüren und Tengen ein Weiterbildungsunternehmen, das die öffentliche Hand (also den Steuerzahler) weniger als die Hälfte dessen kostet, was etwa die Stadt Friedrichshafen und Teile des Bodenseekreises für eine vergleichbare vhs aufbringen müssen.

Vereinsvorstand voll haftbar

Eine Teilerklärung für das rigorose Vorgehen gegen den Verwaltungsleiter und seine Frau, die den Gesundheitssektor der vhs zum erfolgreichsten (auch finanziell ertragreichsten) Zweig des Unternehmens vhs gemacht hat, könnte, so sehen es Eingeweihte, in der speziellen Verfasstheit der vhs Konstanz-Singen liegen. Sie ist als eingetragener Verein (e.V.) organisiert. Und nach dem deutschen Vereinsrecht sind die Vorstandsmitglieder des selben voll haftbar, wenn etwas daneben geht. Das könnte den Vereinsvorsitzenden Frank Hämmerle, so wird im Landratsamt vermutet, zu betont forschem Handeln verleitet haben - unter dem Motto: „Erst mal schnell kündigen, hinterher wird man weiter sehen“. Bild: TMW




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