Berliner Adlerauge unterwegs im Stadtteil Wollmatingen
Konstanz (wak/gro) Zwei Strassenkilometer in und um Wollmatingen sind am Wochenende von einem Minibus digital aufgenommen und abgespeichert worden. Kein Riss und kein Loch auf Fahrbahn und Trottoir entging dem Adlerauge des Minibusses, der von der Berliner Firma eagle eye technologies losgeschickt wurde. Das mit High Tech bestückte Fahrzeug war im Auftrag der Stadt zu einer Testfahrt unterwegs. Ist man bei der Verwaltung zufrieden, können die Berliner mit einem grossen Anschlussauftrag rechnen: mit der Erfassung des gesamten Konstanzer Strassen- und Wegenetzes und seines Inventars. Mit Google Street View hat das nichts zu tun. Hintergrund ist vielmehr, dass die Stadt ihr gesamtes Vermögen erfassen muss: alle stadteigenen Gebäude, alle Bäume, Wiesen, Strassen und Gehwege. Dazu das Inventar, etwa Bänke, Haltestellen und Strassenschilder.
Neues Kommunales Finanzmanagement (NKF)
Die Bestandsaufnahme aller städtischen (öffentlichen) Dinge gehört zur Basis des Neuen Kommunalen Finanzmanagements (NKF), das am Ende des Umstellungsprozesses eine doppelte kommunale Haushaltführung haben wird. Genau genommen war das Berliner Adlerauge deshalb im Auftrag von Stadtkämmerer Hartmut Rohloff auf Testfahrt geschickt worden. Die gesammelten Daten werden von der Stadtverwaltung nur für den internen Gebrach verwendet.
Mancher Ortstermin künftig Überflüssig
Auch auf die kommunalpolitische Praxis wird sich die lückenlose Erfassung der Verkehrswege auswirken. So kann künftig auf etliche Ortstermine verzichtet werden. Denn Strassenstücke sind abrufbar und können mit einem Beamer auf die Wand im Ratssaal projiziert werden. Die stadteigenen Gebäude werden nicht mit dem Auto erfasst, diesen Teil der Inventur erledigen Mitarbeiter des Liegenschaftsamtes. Die komplette Erfassung der stadteigenen Verkehrswege erlaubt ein genaueres Planen, auch beim Beseitigen von Fahrbahnschäden und beim Unterhalt von Strassen und Gewegen.
Erfassungssystem arbeitet automatisch
Die Berliner Adleraugen fotografieren nicht nur, sondern werten das Gesehene auch aus und katalogisieren es, damit es jederzeit gezielt abgerufen werden kann. Der Minibus nahm bei seiner Testfahrt am Wochenende die Daten von rund zwei Kilometern städtischer Straßen auf, und zwar im Bereich Radolfzeller Straße, Ecke Engelsteig bis Fürstenbergstraße, Ecke Oberlohnstraße einschließlich Geh- und Radwege. Zusätzlich erfasst wurden Parkbuchten, Straßenbegleitgrün, Beleuchtung und, wie schon bemerkt, die Verkehrszeichen. Die Kamera arbeitet automatisch und macht pro gefahrenen Kilometer rund 40 Aufnahmen. Doch das Fotografieren und Abspeichern ist das Wenigste. Die Hauptarbeit besteht in der sich anschliessenden Katalogisierung und Auswertung.





