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16. November 2010 | Gideon Nissenbaum als Brückenbauer in Tel Aviv

Liebeserklärung an Lena und an Israel

Konstanz/Tel Aviv (gro) Ein Konstanzer Unternehmer als Brückenbauer: Zu seiner Hochzeit in Tel Aviv hat Gideon Nissenbaum zwei Welten zusammengeführt. Gäste aus aller Welt feierten mit Vertretern des an klassischen Traditionen orientierten Judentums. Das Hochzeitsfest war die Liebeserklärung Gideon Nissenbaums an seine Frau Lena, an Israel und das Judentum. Über 30 Rabbiner gehörten zur Festgesellschaft. Die rituelle Trauung leitete Grossrabbiner Yona Metzger aus Jerusalem.

Gesegneter Ort am israelischen Meer

Schauplätze des grossartigen Festes waren Aussenterrassen und Ballsäle des direkt am Meer gelegenen Hilton Tel Aviv. Ein gesegneter Ort, denn genau dort hatte Shimon Nissenbaum, der 2001 verstorbene Vater Gideon Nissenbaums, vor zwei Jahrzehnten die Markteroberung mit koscheren Spirituosen entscheidend vorangebracht - zum Nutzen der Nissenbaum’schen Familienstiftung. Mit deren Mitteln wurden bis heute in aller Welt Hunderte von jüdischen Friedhöfen und Gemeindezentren rekultiviert und wieder aufgebaut, eine Arbeit, die vor allem im Osten Europas, demnächst wohl auch in Kooperation mit der Gorbatschow-Stiftung, weitergeführt wird.

„Referenz vor Zaddik Shimon Nissenbaum“

Dass mehr als 30 hohe Rabbiner der Einladung zum Fest folgten, wertete Gideon Nissenbaum denn auch „vor allem als Referenz gegenüber meinem Vater“. Und in der Tat, für die traditionelle, Chassidische Bewegung war und ist Shimon Nissenbaum ein Zaddik, ein „Rechtschaffener“ oder „Gerechter“. Ein Mann, der mehr tut, als es Gottes Gesetze verlangen. Dem Zaddik wird im Chassidismus eine besondere Beziehung zu Gott nachgesagt; er fungiert als Ratgeber und ist berechtigt, Unterstützung von seiner Gemeinde zu empfangen.

Fromme Männer der chassidischen Belz-Bewegung

In der Zeit, als sich der Chassidismus im Osteuropa des 18. Jahrhunderts herausbildete, wurde die Würde eines Zaddik erblich. Es entwickelten sich regelrechte Dynastien. Daran wurde man erinnert, als sich nun, im November 2010 in Tel Aviv, neben anderen frommen Männern der chassidischen Belz-Bewegung, die Rabbiner Schlomo Schiff und Simche Krakowski sowie alle drei Söhne des Lelever Rebbe, dazu Rabbi Daniel Grossmann aus Migdal HaEmek im Norden Israels und der aus New York herbeigeflogene Tschitlovzer Rebbe zusammen fanden, um mit der Familie Nissenbaum, mit Gideon, Lena und Benjamin Nissenbaum, mit Mutter Sonja Nissenbaum, mit Monique und Shimons Enkelkindern Nathalie und Julien das Hochzeitsfest des Jahres zu feiern.

Plädoyer des Jerusalemer Grossrabbiners

Zum Brückenschlag zwischen den Generationen passte es geradezu symbolhaft, dass Rabbi Metzger, oberster Rabbiner Israels, die Zeremonie der Eheschliessung von Gideon und Lena leitete und dem bunten Fest mit viel Musik seinen Stempel aufdrückte. (Für deutsche Festgäste übersetzte Avi Narunski.) „Den Diplomaten ist es nicht gelungen, der Welt Frieden zu bringen, sie brauchen Hilfe”, sagt der Jerusalemer Grossrabbbiner Metzger. Der ebenso der jüdischen Tradition verpflichtete wie weltoffene Geistliche und Seelsorger plädiert für einen Zusammenschluss der Weltreligionen. Sie stammen laut Metzger „ohnehin fast alle vom großen Völker-Vater Abraham ab“.

Begründer der Israelischen Religionsgemeinschaft

Gideon Nissenbaum war in den 90-er Jahren zwei Amtsperioden lang Vorsitzender des Karlsruher Oberrats der Israelitischen Religionsgemeinschaft (IRG) Baden, die nach dem Krieg von seinem Vater Shimon Nissenbaum, zunächst als Jüdische Gemeinde Konstanz-Freiburg, neu gegründet worden war. Während Shimon Nissenbaums erstgeborener Sohn Benjamin seinem Vater als Vorsitzender der Israelitischen Kultusgemeinde Konstanz nachfolgte, schuf Gideon als Oberratsvorsitzender in Zusammenarbeit mit Landesparlament und Landesregierung die finanzielle Basis der IRG, die inzwischen in einem Staatsvertrag geregelt worden ist.

„Ein buntes, offenes, unverkniffenes Judentum“

Der deutsch-französische Politologe Alfred Grosser, selber Jude, der dieser Tage in der Frankfurter Paulskirche zur Reichspogromnacht sprach, die sich dieses Jahr zum 72. Male jährte, sagte unlängst, er wünsche sich „ein buntes, offenes, unverkniffenes Judentum“. Genau das war bei Gideons und Lenas Hochzeitsfest in Tel Aviv zu erleben.

Ganz im Sinne Shimon Nissenbaums

Ganz im Sinne seines Vaters lud Gideon Nissenbaum, der den einst „volkseigenen“ Magdeburger Abtshof übernommen, saniert und zu einem zukunftsträchtigen Unternehmen ausgebaut hat (und dafür zum „Unternehmer des Jahres“ gekürt und später auch noch mit einem Marketing-Oscar bedacht wurde), zu seinem Hochzeitsfest in Israel neben Verwandten seiner und Lenas Familie nicht nur Geschäftsfreunde und Handelpartner ein. Das Fest, bei dem die “Sky High Band”, ein famoses, 12-köpfiges Show-Orchester um den Musiker Haim Bear für Schwung, Swing und internationalkes Flair sorgte, war ebenso offen für Gesinnungsfreunde und Mitarbeiter, Wegbereiter und Weggefährten.

Prominenzen, Freunde und Mitarbeiter

Man sah unter den Gästen in Tel Aviv unter anderem Dieter Steinecke, den Präsidenten des Landtags von Sachsen-Anhalt, den ehemaligen Magdeburger Oberbürgermeister Willi Polte, die vielfach engagierte Unternehmerin Christiane Underberg, den Konstanzer Rabbi Usi Teitelbaum, den früheren Konstanzer Bürgermeister Wilhelm Hansen, den Konstanzer Notar Manfred Sernatinger, die Hoteliers Bärbel und Jürgen Wiedemann, dazu Handwerksmeister aus Magdeburg und Konstanz und zahlreiche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der weltweit verzweigten Nissenbaum‘schen Familiendynastie. Bild: Erich Gropper



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Ein Kommentar

  1. 1. Kultur

    So so, Erich war auf nem Betriebsausflug. Hab schon gedacht, der Zeeman-Laster ist im Dornröschen stecken geblieben. Oder gab’s gar ein Zeeman-Ticket nach Tel Aviv, als dank für die lange Reklame? Na ja, wir freuen uns, das Erich wieder Gesund und nicht schreibfaul aufgetaucht ist.

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