Ein Willkommen für die „überschäumende Persönlichkeit“
Konstanz (gro) Die neuesten Enthüllungen von Wikileaks machen die Angelegenheit nur noch spannender: Nun wird dem Auftritt von Guido Westerwelle mit extra grossem Interesse entgegen gesehen. Der Vizekanzler und Aussenminister Deutschlands ist am 21. Januar Gastredner beim gemeinsamen Neujahrsempfang 2011 der Handwerkskammer und der Industrie- und Handelskammer im Konzil. Mal sehen, ob Westerwelle tatsächlich die „aggressive“ und „überschäumende Persönlichkeit “ ist, als die er in dem oben genannten Internet-Portal neuerdings von Berliner Politinformanten gar nicht diplomatisch fürs US-amerikanische Aussenministerium dargestellt wird.
25 Tage nach dem 50. Geburtstag
Als einen Mann „mit sehr wenig eigenen Ideen“, aber grossem „Geltungsdrang“ schildern vertrauliche Depeschen in Richtung Washington, wie uns der „Spiegel“ seit gestern wissen lässt, den FDP-Vorsitzenden. Westerwelle wird im Januar, genau 25 Tage nach seinem 50. Geburtstag, nach Konstanz kommen. Schliesslich ist da schon Wahlkampf: Im Südwesten wird am 27. März ein neuer Landtag gewählt (zuvor stehen an der Waterkant, nach dem jüngsten Scheitern der ersten schwarz-grünen Koalition, voraussichtlich am 20. Februar die um 2 Jahre vorgezogenen Wahlen zur Hamburger Bürgerschaft an).
„Es wird ja so viel daher geredet!“
Westerwelle hat die so genannten Enthüllungen, die zumindest teilweise an banales Stammtischgeschwätz erinnern, betont gelassen aufgenommen. Seine Sympathie für die USA lasse er sich deswegen nicht nehmen, sagte der Vizekanzler laut „Süddeutscher Zeitung“. Und auch dem Karl-Theodor zu Guttenberg, der ihn im Kreise US-amerikanischer Vertrauter offenbar ein bisschen schlecht gemacht hat, sei er keineswegs gram. Es werde ja so viel daher geredet, gerade in Politikerkreisen, und nicht nur in bayerischen Wirtshäusern.
Altbadische Höflichkeit bestimmt die Szene
Im Konstanzer Konzil, da kann Guido Westerwelle ganz beruhigt sein, wird ihm, dem Bundesaussenminister und deutschen Vizekanzler, am 21. Januar 2011 vor allem herzlicher Beifall entgegen branden. Westerwelle ist willkommen. In der Stadt hart an der Grenze in Deutschlands letztem Zipfele bestimmt altbadische Höflichkeit die gesellschaftliche Szene. Von grosser oder kleiner Politik lässt man sich die Stimmung auf keinen Fall verderben. Bild: Dirk Vonderstrasse (wikimedia commons)








“Überschäumend” ist bei dem Mann höchstens sein Schampus im Glas beim Neujahrsempfang…