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10. Februar 2011 | Dramatische Stunden in Kairo, Alexandria und Suez

Landesweite Streiks zwingen Mubarak in die Knie

Konstanz/Kairo (gro) Landesweite Streiks und anhaltende Demonstrationen zwingen Husni Mubarak, 82, in die Knie. In dramatischen Stunden zeichnet sich am Donnerstagnachmittag ab, dass das seit über 30 Jahren herrschende Regime am Ende ist. Es ist mit dem Versuch gescheitert, diese Woche zur so genannten Normalität zurückzukehren. Zwar öffneten zahlreiche Geschäfte in den Stadtzentren wieder. Doch andererseits strömten schon am Dienstag so viel Demonstrationsteilnehmer wie noch nie auf den Tahrir, den Platz des Friedens in Kairo. Ein Armeesprecher versicherte den weitgehend friedlich demonstrierenden Massen, dass “die berechtigten Forderungen des aufbegehrenden Volkes erfüllt werden”. Klar dürfte sein, dass nun die Armee das Heft in die Hand nehmen wird. Gegen Mukarak, so hiess es mehrfach, werde noch im Laufe der Nacht zum Freitag seinen Rücktritt bekannt geben. Doch dazu kam es nicht. Immerhin aber gab der Präsident einen grossen Teil seiner Befugnisse an seinen Vize Suleiman ab.

Auch das Militär hat viel zu verlieren

Dass Mubarak in die Knie gehen würde, zeichnete sich bereits am frühen Nachmittag des Donnerstags ab. Denn der Militärrat tagte ohne seinen Oberbefahlshaber, den Präsidenten. Ausschlaggebend dürften neben den anhaltenden Demonstrationen Streiks in Kairo, Alexandria und Suez gewesen sei. Die stellenweise ohnehin unzuverlässig gewordene Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln droht durch die Streiks bedrohlich Schaden zu nehmen. Dies wiederum dürfte die Situation für den wankenden Staatsapparat unhaltbar machen, umso mehr, als sich die Streiks auch auf etliche Fabriken des Landes und auf technischen Anlagen am Suezkanal ausweiteten. Beobachter warten nun gespannnt auf auf die Absichten des Militärs, deren führende Männer durch einen Zusammenbruch des alten Systems viel zu verlieren haben.

Opposition enttäuscht, aber nicht entmutigt - “Tag des Zorns”

Die Opposition in Ägypten ist enttäuscht darüber, dass sich Mubarak vorerst nicht dazu durchringen kann, die Macht ganz aus der Hand zu geben. Nach übereinstimmenden Berichten aus Kairo lässt sich die demonstrierende Opposition davon nicht entmutigen, sondern will es nun “erst recht” wissen. Der Freitag wurde ausgerufen als “Tag des Zorns” Er soll die protestierenden Massen in Millionestärke auf die Strassen bringen.




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