Jubel in Kairo nach dem Rücktritt Mubaraks
Konstanz/Kairo (gro) Ausgelassener Jubel in Kairo: Hunderttausende von Demonstranten feiern in der ägyptischen Hauptstadt den mit immer grösserer Ungeduld erwarteten Rücktritt von Husni Mubarak, der gegen 17 Uhr (MEZ) bekannt gegeben wurde. Der greise Staatschef hatte da Kairo bereits verlassen. Zumindest vorerst nahm er mit seiner Familie in seiner Ferienresidenz am Roten Meer, in Sharm El Sheikh, Zuflucht. Die Macht im Lande übernimmt der Militärrat. Die Wende in Ägypten ist hoch bedeutend für die ganze arabische Welt.
Die Nachbarn, Muammar al-Gaddafis Libyen, Algerien mit Abd al-Aziz Bouteflika, der von der Hamas regierte Gaza-Streifen, Jordanien, der Jemen, Syrien mit Baschar al-Assad, die Saudis und König Mohammed VI. von Marokko - sie alle schauen gebannt nach Ägypten. Denn wie das Land am Nil wurden und werden diese Länder mehr oder weniger diktatorisch regiert. Die Ägypter und vor ihnen die Tunesier, vor allem die Jugendlichen dieser Länder: Sie haben gezeigt, dass die Sehnsucht nach Freiheit und mehr Gerechtigkeit auch den mächtigsten Staatsapparat überwinden kann, und das mit friedlichen Mitteln. Deshalb wird die arabische Revolution des jahres 2011 von politischen Beobachtern heute schon als ähnlich bedeutend eingeschätzt wie der der Zusammenbruch des Ostblocks Ende achtziger Jahre.






Bild: Frieder Schindele … ein jubelndes Kamel oder ein zerknirschter Mubarak?