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16. Februar 2011 | Nachtigall, ick hör‘ dir trapsen

Wie Christoph Nix zum Förderer der Kammeroper wurde

Konstanz (gro) Christoph Nix hat sich entschlossen, dem Förderverein „Kammerpoper im Rathaushof“ beizutreten. Das wurde vergangene Nacht in gut informierten Kreisen der Konstanzer Kulturszene bestätigt. Für Eingeweihte kommt diese Nachricht überraschend. Denn der seit 2006 regierende Intendant des Stadttheaters hatte Monate zuvor eine regelrechte Fede gegen Peter Bauers musikalisches Sommerereignis vom Zaun gebrochen und sich dabei auch mit Rainer Wiesner angelegt. Wiesner ist nicht nur Geschäftsführer des Medienhauses Südkurier, sondern auch Präsident des Trägervereins, der das bürgerschaftlich getragene Projekt Kammeroper absichert, das 1982 begründet wurde und nächstes Jahr auf 30 Jahre anhaltenden Erfolg zurückblicken kann.

Nach Hans Christian Andersens lyrischem Märchen

Am Anfang der Nix’schen Fede gegen die Singspiele im Rathaushof stand Frustration: Ärger über das Ansinnen von Stadtverwaltung und Gemeinderat, den ohnehin knappen Etat des Stadttheaters zu kürzen. Christoph Nix, so hiess es, solle gefälligst nachschauen, wo sich bei den Ausgaben des Theaters Abstriche machen lassen würden. Und der Intendant wurde fündig. Zum Beispiel in Sachen Kammeroper. Schliesslich hilft das Stadttheater da jedes Jahr mit, so gut es kann. Irgendwie kostet das auch etwas und folglich lässt sich etwas sparen, wenn man nicht mehr mithilft. Es liegt nahe, Nix zu unterstellen, dass er an diesem Beispiel klar machen wollte, wohin manche Sparpläne führen können: zum Aus von Projekten, die nur dank selbstausbeuterischem Idealismus‘ und einer spendenfreudigen Bürgerschaft möglich geworden sind. Doch Nix hörte wohl auch ganz einfach „die Nachtigall trapsen“. Kein Wunder, dieses Jahr ist im Rathaushof Igor Strawinskys „Nachtigall“ („La Rossignol“) nach Hans Christian Andersens lyrischem Märchen zu erleben.

„Stadtheater unterstützt auch künftig die Kammeroper“

Vom 1. Februar 2011 datiert ein mehr oder weniger offener Brief des Intendanten an Rainer Wiesner, ein Brief, der auch den Fraktionen des Gemeinderats und Peter Bauer zugesandt worden ist. Darin macht Nix den Förder- und Trägervereinsvorsitzenden auf seine eigenen künstlerischen Freiheiten aufmerksam, die es ihm erlaubten, „sein Haus so zu gestalten,…, wie er es für richtig hält“. Was das mit der Kammeroper zu tun hat, erschliesst sich aus dem Brief bestenfalls indirekt. Das in diesem Schreiben enthaltene Gesprächsangebot wurde inzwischen angenommen. Herausgekommen ist dabei, wie ganz oben angemerkt, die Ankündigung von Christoph Nix, dem Förderverein Kammeroper beizutreten - und die ausdrückliche Versicherung des Intendanten, das Stadttheater werde das Projekt Kammeroper auch künftig nach Kräften unterstützen.

Premiere im Rathaushof ist am 17. August

Ach ja, über 80 Sängerinnen und Sänger haben sich für die „Nachtigall“ beworben. Immerhin 30 wurden zum Vorsingen eingeladen. Kammeropernintendant Peter Bauer und seine engsten Mitarbeiter haben sich am kommenden Wochenende zwei Tage fürs Anhören der Vorsänger eserviert. Das Stadttheater wird dafür nicht benötigt, für die Vorstellungen stellt die Universität, wie immer, kostenlos Räumlichkeiten zur Verfügung.

Strawinskys „Nachtigall“ hat am 17. August im Konstanzer Rathaushof Premiere.




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Ein Kommentar

  1. 1. Zong

    Sogar die mediale Präsenz des Landtagsabgeordneten Hoffmann wird mittlerweile übertroffen von der Omnipräsenz unseres kulturellen Tausendsassas. Will er vielleicht auch als Bürgermeister kandidieren…?

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