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30. März 2012 | Vor allem SPD und Linke verteidigen den Museumsdirektor

OB Horst Frank „wusste nichts“ von Engelsings Sonderrolle

Konstanz (gro) Oberbürgermeister Horst Frank „wusste nichts“ davon, dass Museumsdirektor Tobias Engelsing mit dem Amtsantritt vor über fünf Jahren eine „publizistisch-künstlerische Nebentätigkeit als freiberuflicher Autor“ genehmigt worden war. Der Oberbürgermeister will ferner, wie er am Donnerstag im nichtöffentlichen Teil der Gemeinderatssitzung weiter versicherte, auch nichts von einer Honorierung Engelsings für dessen Einsatz zur Realisierung der philharmonischen Fasnachtskonzerte gewusst haben. Museumsdirektor Engelsings Arbeit für die letzten beiden Fasnachtskonzerte wurde mit je 10.000 Euro honoriert. Für die Fasnachtskonzerte in den Jahren davor soll er 4000 und 5000 Euro bekommen haben.

Angeblich lässt Horst Frank seit drei Wochen nachforschen

Auftrag und Honorierung im Hinblick auf die Fasnachtskonzerte wurden offenbar direkt zwischen Engelsing und Intendant Florian Riem, dem Intendanten der Philharmonie, vereinbart. Ob Bürgermeister Claus Boldt, der zuständige Dezernent, diese Vereinbarungen kannte, konnte gestern nicht mehr geklärt werden, weil „Boldt nicht greifbar gewesen“ sei, hiess es unmittelbar nach der Gemeinderatssitzung. Dass die Angelegenheit ans Tageslicht gefördert worden sei, so hörte man in Gemeinderatskreisen weiter, dürfe auch daran liegen, dass Horst Frank „seit drei Wochen“ in den buchhalterischen Unterlagen der Philharmonie „intensiv nachforschen“ lasse.


Grüne fordern „Ethik-Richtlinie“

Kritik an der Praxis der Philharmonie im Umgang mit Engelsing und den Fasnachtskonzerten kam vor allem aus den Reihen der Freien Grünen Liste. Charlotte Dressen forderte eine „Ethik-Richtlinie“ für Mitarbeiter der Stadtverwaltung. Sie reagierte damit auf die Auskunft Horst Franks, dass Nebentätigkeiten städtischer Mitarbeiter „nicht unbedingt genehmigungspfllchtig, immer aber anzeigepflichtig“ seien. Ob Engelsing seine von Claus Boldt angeblich genehmigte Nebentätigkeit auch angezeigt hat, wurde dadurch allerdings nicht geklärt. Der Oberbürgermester wusste es nicht .

Der Stadt zu Mehreinnahmen verholfen

Jürgen Wiedemann von der Neuen Linie Konstanz bekannte zwar, er habe angesichts des Erfolges der philharmonischen Fasnachtskonzerte „überhaupt kein Problem“ mit der Honorierung Engelsings, sei sie nun „genehmigt, unbekannt oder angemeldet“. Doch insgesamt verhielten sich die bürgerlichen Fraktionen des Gemeinderats eher zurückhaltend. Dagegen wurde Engelsing aus pollitisch linker Richtung eine telweise leidenschaftliche Verteidigung zuteil. Am entschiedensten warf sich Holger Reile von der Linken Liste Konstanz (LLK) für Engelsing und seine Fasnachtskonzerte ins Zeug. Kaum weniger entschieden zu Gunsten Engelsings äusserten sich Brigitte und Jürgen Leipold von der SPD. Sie alle lobten das Engagement Engelsings, für das ein massvoll entschädigendes Salär angefallen sei, das unterm Strich der Stadt zu Mehreinnahmen verholfen habe.


Rund 77 Euro Stundenlohn

Engelsing selber bezifferte seinen jüngsten Einsatz für die Philharmonie mit 130 Stunden, verteilt über etwa 9 Monate. Nach Adam Riese sind das bei einem Gesamthonorar von 10.000 Euro etwa 77 Euro pro Stunde, ungefähr so viel wie ein Meisterhandwerker bei der Reparatur einer Spülmaschine berechnet und sehr viel weniger als das, was mancher Computer –Techniker pro Stunde in Rechnung stellt. Laut dem städtischen Rechnungsprüfungsamt fiel das Honorar für Engelsing, jedenfalls hinsichtlich seiner Höhe, „nicht aus dem Rahmen”.




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2 Kommentare

  1. 1. tortugabodensee

    Auch ich engagiere mich seit 18 Jahren nebenberuflich und mit vollem Einsatz meiner körperlichen und geistigen Kräfte für die Stadt. Mein Stundenlohn beträgt ca. 25 Euro brutto. Aufs Jahr hochgerechnet kommen dann meist so um die 10.000 Euro zusammen, die mein Engagement in die Stadtkasse spült (notabene: mein Gesamthonorar ist wesentlich niedriger).
    Aber ich bin im Gegensatz zu Herrn Engelsing leider nicht in der Lage, mein Honorar selbst festzulegen.

  2. 2. Nabholz

    Ich finde diese Diskussion darüber, wer, was unnd wieviel bekommt langsam ekelhaft. Was muss man denn rummotzen über Honare, die einem zustehen, egal was derjenige hauptberuflich macht? So einen Abend zu gestalten, ist eine Schweinearbeit und soll entsprechend honoriert werden. Immerhin bringen die Fasnachtskonzerte der Philharmonie auch noch ein nettes Sümmchen ein. Ausserem wurde das Engagement von TE von seinem Arbeitgeber abgesegnet und sein honorar vom RPA als angemessen bezeichnet.Also, was soll das Gemaule? Ich habe das Gefühl, dass da eine Menge Neid mitspielt, vor allem wenn man ein gestörtes Verhältnis zu TE hat,gell Herr G.?

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