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13. Juni 2012 | Analyse der „Stuttgarter" im Vorfeld der Konstanzer OB-Wahl

Die 13 Kandidaten erinnern an eine Räuberbande

Konstanz/Stuttgart (gro) „Jim Knopf und die Wilde 13“ heisst das Kinderbuch von Michael Ende, das Wolfgang Messner in den Sinn kam, als er sich mit den drei Frauen und zehn Männern beschäftigte, die danach streben, Stadtoberhaupt von Konstanz zu werden. Die „Wilde 13“ ist eine zur See fahrende Räuberbande, und tatsächlich ist mit dem 42-jährigen Benno Buchzcyk aus Singen, ein „Pirat“ unter den 13 Bewerbern, aber eben nur einer und wohl kein sehr aussichtsreicher, wie Analyst Messner vermutet. Als Favoriten, so schätzt der Korrespondent der „Stuttgarter Zeitung“ weiter, betrachte man in Konstanz zwei Frauen und einen Mann: die 43-jährige Grüne Biologin Sabine Seeliger, die Stuttgarter Regierungsdirektorin Sabine Reiser, 51, und den 44-jährigen, in Schweriner tätigen, aber am Bodensee aufgewachsenen Regierungsdirektor Sven Zylla. Ordentliche Aussenseiterchancen werden dem Buchautor und Unternehmensberater mit Managementerfahrung, Uli Burchhardt, 41, eingeräumt.

Erfahrung im Umgang mit verkleideten Massen

Dass ein hoher Narr unter den Kandidaten ist, wundere in Konstanz niemanden, geht aus Messners Analyse hervor. Der Journalist der “Stuttgarter Zeitung” meint Andreas Kaltenbach, 54, den Zunftmeister der Blätzlebuebe, der nach der Organisation des diesjährigen Grossen Narrentreffens immerhin auf erhebliche Erfahrung im Umgang mit verkleideten Massen verweisen kann, wie man sie jedes Jahr in Konstanz mehrmals antrifft. Dass unter den Kandidaten mit Mykola Neumann und Martin Luithle zwei Rechtsanwälte sind, ist schon deshalb nahe liegend, weil auch Horst Frank, der die Stadt nun seit fast 16 Jahren regiert, der Zunft der Rechtsgelehrten angehörte, als er sich um das Amt des Oberbürgermeisters bewarb - und dann auch zwei Mal gewählt wurde .


Sogar ein Esoteriker von der Insel Reichenau

Den beiden Anwälten räumt man trotzdem keine grossen Chancen ein, geht aus der Analyse Wolfgang Messners hervor, noch weniger dem „ewigen“ Studenten Thomas Linz und schon gar nicht einem gewissen Roman Urban, einem reichlich merkwürdig wirkenden Esoteriker von der Insel Reichenau. Zur Schar der „Wilden 13“ gesellt sich die Einzelhändlerin und Stadtführerin Silvia Grossmann, 53, die sich bereits 1996 um das kommunale Spitzenamt bemüht hatte. Hinzu kommt der Unternehmer und Grafiker Henning Tartsch, 51, der sich – was der „Stuttgarter Zeitung“ offenbar nicht bekannt geworden ist – als langjähriger Vorsitzender des Gesamtelternbeirats einen hohen Bekanntheitsgrad verschafft hat. Er dürfte jedenfalls sehr viel mehr Stimmen auf sich vereinigen können als etwa der 57-jährige Kaufmann Klaus Springer vom Hochrhein, der den öffentlichen Personennahverkehr zum Nulltarif haben möchte und für den Konstanzer Bahnhof schwärmt.


Uneinheitliche Signale der Parteigruppierungen

Die Situation ist insgesamt unübersichtlich. Klar ist, dass mit Sabine Reiser und Sven Zylla nur zwei Verwaltungsprofis antreten, dazu Sabine Seeliger, die kommunale Erfahrung im Gemeinderat und im Kreistag sammelte. Unübersichtlich ist die Lage auch deswegen, weil von den Parteien uneinheitliche Signale ausgehen. Obwohl Sabine Reiser CDU-Mitglied ist, hat sie keineswegs die organisierten Christdemokraten geschlossen hinter sich, ein erheblicher Teil des Ortsverbands unterstützt Uli Burchhardt, der auch von der FDP und von Teilen der Frauen Wähler gefördert wird, während eine andere Gruppe der FWG hinter Sabine Reiser steht. Nur die SPD zeigt sich geschlossen mit ihrem Eintreten für ihren Parteifgenossen Sven Zylla. - Die Wahl ist am 1. Juli, ein eventueller zweiter Wahlgang für den 15. Juli vorgesehen.

Quelle: Stuttgarter Zeitung



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2 Kommentare

  1. 1. tortugabodensee

    Wer sind die “Frauen Wähler”? Noch so eine Räuberbande? Eine feministische? Na dann…

    Es grüßt die Alte Liesl!

  2. 2. dachfrosch

    Nicht nur “die SPD zeigt sich geschlossen… für ihren Parteigenossen”. Lange vorher hat die Freie Grüne Liste ihre offizielle Kandidatin Sabine Seeliger in ihrer Mitgliederversammlung gewählt. Der Konstanzer Kreisverband der Grünen hat etwas später in seiner Mitgliederversammlung dann ebenfalls für Sabine Seeliger votiert.

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