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19. Oktober 2015 | Schweizer Flotte erworben und „ceha!“ gewagt

Unternehmer Hermann Hess jetzt im Schweizer Nationalrat

Konstanz/Kreuzlingen (gro) Der Thurgauer Unternehmer Hermann Hess ist am Sonntag in den Schweizer Nationalrat gewählt worden. Damit ist der Konstanzer Nachbarkanton nach vier Jahren Unterbrechung demnächst auch wieder durch einen Freisinnigen im Berner Bundesparlament vertreten. Immobilienunternehmer Hess, 65, engagiert sich für die Schweizer FDP seit über 30 Jahren. Er geniesst große Wertschätzung im Süden von Konstanz. Schliesslich war es Hermann Hess, der es 2004 wagte, mit dem „ceha!“ das Kreuzlinger Stadtzentrum neu zu beleben. Er macht sich seit Jahren stark für einen Ausbau des Tourismusangebots entlang des schweizerischen Bodenseeufers.

Studierter Konzertpianist und Immobilienökonom

Hermann Hess entspricht so gar nicht dem verbreiteten Klischee vom spröde-geschäftstüchtigen Deutschschweizer. Der Spross einer alteingesessenen Textilunternehmerdynastie liebt die Schönen Künste, vor allem die Musik und die Literatur, und zwar leidenschaftlich. Gleichzeitig ist er einer der erfolgreichsten Immobilienunternehmer des Nachbarlandes mit Projekten in der ganzen Schweiz. Dass sich Hess zuerst zum Konzertpianisten ausbilden liess und erst hernach Immobilienökonomie studierte und zu einem erfolgreichen Geschäftsmann avancierte, sagt nichts aus über allfällige Präferenzen. Er zeigte sich am Sonntag, wie die „Thurgauer Zeitung“ heute berichtet, „überrascht“ von seiner Wahl. Damit habe er nicht gerechnet, er nehme aber „die Herausforderung selbstverständlich an”, wird Hess zitiert.

Konstanz die Schweizer Oberseeflotte weggeschnappt

Vor 9 Jahren schnappte Hermann Hess (zusammen mit einem von ihm formierten Konsortium) den Konstanzer Stadtwerken die Schweizer Oberrseeflotte weg. Nur zu gerne hätten die BSB, die Konstanzer Schiffsbetriebe, die einige Jahre zuvor von der deutschen DB die Bodenseeschiffe samt umfangreicher Hafenanlagen zwischen Radolfzell und Lindau gekauft hatten, auch die in Romanshorn stationierte Armada der Eidgenossen übernommen. Nicht zuletzt wegen der grossen Werft. Hess hat sie inzwischen für rund 9 Millionen Franken saniert und ausgebaut - und hat in der deutschen Flotte die wahrscheinlich wichtigste Kundschaft. Was davon zeugt, dass es der Amriswiler Unternehmer versteht, nicht nur aufzutrumpfen, sondern auch auf Wettbewerber zuzugehen.

Für den Ausbau des Tourismus am Südufer

Ein besonderes Anliegen ist Hess der Ausbau des Tourismus am Schweizer Bodenseeufer. Gegenüber, auf der Deutschen Seite, so heisst es in der Umgebung von Hermann Hess, betrage der Anteil des Tourismus am Gesamtumsatz der Region zwischen Bregenz und Meersburg fast 10 Prozent. Am südlichen Ufer des Obersees, in der Schweiz, würden nicht viel mehr als 2 Prozent erreicht. Hess hat aber nicht nur kritisiert, sondern auch gehandelt: In ein neues Hafernrestaurant in Romanshorn investierte er unlängst gut 1,5 Millionen Franken. Und siehe da, das neue Restaurant läuft bestens.

Bild: Frieder Schindele




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2 Kommentare

  1. 1. Regine Klett

    das ist teilweise ein ziemlicher Unsinn, lieber Kollege. Der Kanton Thurgau ist, und war, mit sechs Sitzen im Schweizer N a t i o n a l r a t vertreten. Die Zahl der Sitze pro Kanton in National- und Ständerat hängt nicht vom jeweiligen Wahlergebnis ab, sondern errechnet sich aus der Zahl der Einwohner. Was der Thurgauer Unternehmer Hess tatsächlich geschafft hat: Mit seinem Wahlerfolg hat die Thurgauer FDP ihren Sitz im eidgenössischen Parlament zurück erobert, der vor vier Jahren an die Grünliberalen verloren ging. Wichtigster Vertreter der Thurgauer FDP war übrigens über viele Jahre hinweg Ernst Mühlemann, für den es viele Jahre lang keinen würdigen Nachfolger gab.

  2. 2. Erich Gropper

    Danke für den Hinweis, liebe Regine, ich habe es bereits korrigiert und die Eingangspassage durch die drei Worte “… durch einen Freisinnigen … ” ergänzt, was mir im zeitnah verfassten Artikel vor lauter Freude über den Erfolg des unternehmensstarken Konzertpianisten durch die Lappen gerutscht war.

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