Schluss mit Arnold Stadler
Konstanz (gro) Die „Konstanzer Literaturgespräche“ des Jahres 2016 werden beschlossen mit Arnold Stadler. Der Gast aus Messkirch wird dabei seinen neuen Roman „Rauschzeit“ vorstellen. Der literarische Abend in der Spiegelhalle am kommenden Mittwoch wird von Siegmund Kopitzki moderiert. Beginn ist um 20 Uhr, Karten gibt es nur an der Abendkasse. Seit dem letzten grossen Roman Stadlers sind fast neun Jahre vergangen. Was allerdings nicht heisst, dass der Büchner-Preis-Träger seit „Komm gehen wir“ weitgehend untätig geblieben wäre.
547 Seiten für zwei Tage
Stadlers neues Epos beschreibt zwei Tage im Leben von Alain und Mausi. Das allerdings auf 547 Seiten. Doch auch sonst war der Autor aus „Übersee“ recht fleissig. Ein halbes Dutzend Titel sind seit 2007 erschienen, darunter ein wunderbares Porträt über den oberschwäbischen Maler Jakob Bräckle („Auf dem Weg nach Winterreute. Ein Ausflug in die Welt des Malers Jakob Bräckle“, 2012). Aber die Welt der Literatur (oder besser: der Literaturbetrieb) schielt nun mal vor allem auf Romane.
Plötzlich geht doch noch was
„Rauschzeit“ berichtet von einem Paar, das in der Mitte des Lebens angekommen ist. Die leidenschaftliche Liebe haben die beiden Übersetzer offensichtlich hinter sich. Jetzt droht die „vegetarische“, die fleischlose Zeit. Doch plötzlich geht noch was, allerdings nicht mit dem jeweiligen Partner… Arnold Stadler kam mit „Auszeit“ unter die ersten 20 Titel, die für den Deutschen Buchpreis 2016 infrage kamen. Gegen zwei Dutzend Rezensionen feierten den Roman.
„Was ist Glück?“
Der in Messkirch geborene Schriftsteller stellt in „Rauschzeit“ die Frage nach dem Glück. „Was ist Glück?“, heißt es im ersten Satz des Romans. Die darauf folgende Antwort ist desillusionierend: „Später weiß man es“. Die Frage nach dem Glück ist eines der Grundmotive des Stadler‘schen Schreibens, neben der Liebe, der Vergänglichkeit und der Freundschaft. – Mit der Veranstaltung am Mittwoch enden die „Konstanzer Literaturgespräche“, die unter dem Dach des Forum Allmende stattfinden. Die Reihe wird 2017 mit mindestens vier „Gesprächen“ fortgeführt.
Bild: Frieder Schindele





