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17. Dezember 2016 | dm baut noch einen Drogeriemarkt

Lebkuchen, Parfüm, Schulranzen und Teppichmesser

Konstanz (gro) dm lässt sich nicht nur im ehemaligen Scala auf 4000 Quadratmetern grossflächig nieder. Europas grösster Drogeriekonzern baut seine Stellung in Konstanz weiter aus und errichtet auch in der Kreuzlinger strasse ein grosses Geschäft: Das Doppelhaus mit den Nummern 14 und 16 soll abgerissen werden. Wo seit Monaten Plakate und Plakätchen für wilde Buntheit sorgen, soll eine Passage entstehen, die sich durch den Häuserriegel von der Kreuzlinger Strasse bis zum Döbele hindurchziehen wird. Darüber kommen Bauwerke mit Wohnungen. Im Gestaltungsbeirat ist das Projekt bereits positiv beschieden worden. Publikum gab es kaum in der Sitzung des Beirats. Die allermeisten Ratsmitglieder und die Verwaltung ziehen es bis jetzt vor, die Öffentlichkeit uninformiert zu lassen.

Aus Drogerien sind längst Warenhäuser geworden

Mancher Konstanzer Kaufmann, der in diesen Tagen mit ansehen muss, wie die Schweizer Einkaufstouristen kiloweise Kosmetika und allerlei Krimskrams, dazu Parfüms und sogar Wollsocken und Hüte aus den Drogeriemärkten tragen, hat sich gefragt, warum er nicht selber rechtzeitig auf die Idee kam, ins Geschäft mit der schier allumfassenden, modernen Drogerie einzusteigen. Denn inzwischen muss man sich sehr viel weniger fragen, was man in einem Drogeriemarkt alles findet, als vielmehr danach, was man dort womöglich nicht findet. Denn Drogeriemärkte sind längst zu veritablen Warenhäusern mutiert.

Bei Müller sieht’s stellenweise aus wie im Wein-Markt

Ein besonders gutes Beispiel bietet der Müller-Markt im ehemaligen Hause Straub an der Marktstätte. Neben einem umfangreichen Wein- und Sektangebot findet man dort auch Nähzeug, Bikiniverschlüsse, Näh- und Stecknadeln, Lebkuchen und Pralinen, jede Menge Schulranzen, Büromaterial, Kämme, Ohrringe, Haushaltsartikel, CDs und DVDs, auch Kerzen und Klobürsten, Windeln für Jung und Alt, Tees und Adventskalender, Büromaterial, Porzellan, Strümpfe und Socken, sogar Tintenpatronen für Drucker, Pappteller und Schirme sowieso, Fotostationen, Filzhüte, Klebstoffe, Scheren und Teppichmesser, ferner Sonnenbrillen und Kerzen und dazu unter anderem auch Drogerieartikel. Etwa auch rezeptfreie Arzneimittel, Seifen, Zahnpasta und Körperpflegemittel.

Bald „dm bio“ statt „Alnatura“

Ein bisschen irritierend wirkt momentan noch, dass sowohl die Drogerie-Kette Müller Produkte von Alanatura anbietet als auch die dm-Kette. Doch das ändert sich demnächst. dm will zumindest ein bisschen gesundheitsbewusster daherkommen. Deshalb wird die Kooperation mit Alnatura beendet. Sollen die doch ihre Produkte zusammen mit den Müller-Märkten unter die Leute bringen. dm macht’s selber, künftig mit „dm bio“, da gibt’s keinen Alkohol zum Trinken, auch wenn er noch so bio ist.

Weh tun wird’s keinem der Drogerie-Konzerne

Dass sich Götz Werners 1973 gegründeter dm-Konzern mit seinen weltweit fast 57.000 Mitarbeitern und 3350 Filialen auch ohne Wein, Bier, Likör und Schnaps zu behaupten weiss, hat sich erwiesen. Doch auch mit dem ehemaligen Ulmer Friseur Erwin Müller, der sein Unternehmen zwar 20 Jahre früher anmeldete, es bisher aber nur auf gut 700 Filialgeschäfte mit etwa 30.000 Beschäftigten brachte, braucht niemand Mitleid zu haben. Notfalls nimmt er eines Tages eben auch noch garantiert veganen, laktosefreien Tabak ins Sortiment.

Bild: Erich Gropper




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