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30. März 2017 | Aus Vermutung wird Gewissheit

Der Wolf ist im Thurgau nach 200 Jahren wieder da

Konstanz/Frauenfeld (gro) Vor gut 200 Jahren war er ausgerottet, jetzt ist er definitiv wieder da im Thurgau: der böse, böse Wolf. Das Raubtier ist streng geschützt, auch in der Schweiz. Dem Menschen geht der Wolf tunlichst aus dem Weg. Das Hauptproblem: Natürliche Beutetiere, Rotwild, Rehe, Wildschweine und auch Ratten fehlen dem Wolf in seinem angestammten, ursprünglich natürlichen Lebensraum. Deshalb vergreift er sich, wie in den ersten Tagen dieses Monates geschehen, auch mal an Schafen. Und sonst mal womöglich auch an Ziegen, Fohlen und Kühen. Das macht ihn zum Schädling. Dass es tatsächlich ein Wolf war, der im Thurgau Anfang März zwei Schafe riss, ist spätestens seit dem vergangenen Wochenende sicher.

Nicht weit weg von Kreuzlingen unf Konstanz

Genanalysen aus Speichelresten an den Bisswunden haben es jetzt bestätigt: Es war ein Wolf. Beruhigend für Schaf- und Ziegenzüchter: Es war wohl ein einziges solches Raubtier, vermutlich ein Jungtier, das da auf der Suche nach einem neuen Revier räuberisch tätig war. Geschehen ist der Vorfall nicht sehr weit entfernt von Kreuzingen und Konstanz, wenn man bedenkt, dass ein junger gesunder Wolf auf seinen Streifzügen pro Nacht bis zu 40 Kilometer zurücklegt.

Bei Hohentannen und Uesslingen

Die Anfang März gerissenen Schafe wurden in den Thurgauer Regionen Hohentannen und Uesslingen, also etwa 20 Kilometer entfernt von Kreuzlingen gefunden. Die Resultate der genetischen Untersuchungen bestätigen, dass die Risse definitiv von einem Wolf stammen, wie die Staatskanzlei Thurgau mitteilt. Weitere Analysen sollen zeigen, ob es sich um einen bereits in der Schweiz bekannten Wolf oder um ein noch unregistriertes Tier handelt. Die Kantonsregierung empfiehlt den Haltern von Schafen, Ziegen und anderen Kleintieren, sie nachtsüber in umfriedeten Stallungen zu beherbergen.

„Ungesunde Wohlstandserscheinung“

„Der Wolf muss weg“, so zitiert Redaktor Sebastian Keller vom St. Galler Tagblatt den Präsidenten der Schafzuchtgenosseschaft Oberthurgau. Werner Mazenauer aus Altnau plädiert für den Abschuss von Wölfen. „Unsere Vorfahren haben den Wolf ausgerottet, weil er zu viel Schaden angerichtet hat“, sagt Mazenauer. In der heute viel dichter besiedelten Landschaft habe es „noch weniger Platz für dieses Tier“. Doch stattdessen gebe man derzeit viel Geld aus, um das Raubtier wieder anzusiedeln. Das sei eine letztlich ungesunde „Wohlstandserscheinung“.




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