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1. Februar 2020 | Die Angst vor dem Unbekannten

Wuhan: Nicht nur Viren kommen zu uns aus Zentral-China

Konstanz/Wuhan (gro) Wer erinnert sich noch an den fantastischen „Chinesischen Nationalzirkus“, der in den frühen 90-er Jahren des vergangenen Jahrhunderts auf Klein Venedig wiederholt Tausende von Konstanzerinnen und vor allem kleine Konstanzer bezauberte?! Die famosen Artisten kamen überwiegend aus - Wuhan. Dort, in der zentralchinesischen Metropole, ist die bedeutendste Zirkus-Akademie des riesigen Landes zu Hause. Clemens Zipse, damals beim Konzertbüro Konstanz (koko) zuständig für die Zirkus-Sparte des Unternehmens, reiste mehrmals ins Reich der Mitte, nach Wuhan, um Artistenensembles für koko-Tourneen des fernöstlichen „Nationalzirkus“ auszusuchen und vertraglich zu verpflichten-

Ausserdem: Süsswasser-Algen zum Düngen von Reisfeldern

Wer an Wuhan denkt, dem sollten hierzulande also nicht nur die inzwischen sattsam bekannten Corona-Viren einfallen, sondern auch einmalige artistische Körperkünstler, die seinerzeit auch am Bodensee stürmisch gefeiert wurden. Solche erfreulichen Kontakte müssen im Übrigen zusätzlich unterstrichen werden: Junge Wissenschaftler der Universität Wuhan absolvierten ein erfolgreiches Forschungsprojektan der Konstanzer Uni: Sie erhielten damals die Möglichkeit, Süsswasser-Algen als Dünger für den wassergebundenen Reisanbau zu erkunden. Das Projekt endete rundum erfolgreich.

Blick auf den Bodensee versöhnte

Die Wissenschaftler aus Wuhan waren damals, vor fast 30 Jahren, zeitweise etwas „angefressen“ von den deutschen Verhältnissen, nicht zuletzt von den Lebenshaltungskosten, die im Gegensatz zu den manchmal etwas gar zu kühl empfundenen Service-Leistungen etwa in Gaststätten standen. So träumten sie manchmal von den Frühstückshäusern ihrer Heimatstadt, wo man sich für – umgerechnet – 40 Cent “wunderbar satt essen konnte”. Andererseits genossen sie den Blick von der Mensa auf den Überlinger See: Das Gewasser erinnere sehr an den grossen See von bei Wuhan, und so fühlten sich die Gäste aus Wuhan auf dem Giessberg immer auch „ein bisschen wie zu Hause“. Wuhan hatte damals etwa 5 Millionen Einwohner, heute sind es über 11 Millionen. (Konstanz ist lange nicht so stürmisch gewachsen, hat jedoch inzwischen ein original chinesisches Buswartehäuschen, das Handwerker aus der Partnerstadt Souzhu, von der Ostküste der Volksrepublik, gebaut haben; es steht an der Haltestelle Konzilstrasse und ist das mit Abstand schönste und bequemste Buswartehäuschen der Stadt.)

Normaler Grippe-Virus sehr wahrscheinlich viel gefährlicher

Nach wissenschaftlich fundierten Statistiken ist der ganz normale Grippevirus, an den man sich auch am Bodensee längst, auch mit Impfungen, gewöhnt hat, wesentlich gefährlicher als der neu entdeckte Corona-Virus. Aber in allem Neuen liegt eben nicht nur ein Zauber, sondern auch ein Rest Angst vor dem Unbekanntem, was immer es auch sein mag.

Bild: Frieder Schindele: (Symbolfoto “Musik-Virus” von Cornet Hutter/Amriswil-CH im Mettnau-Park)



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