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27. April 2009 | Herbert Weber: Gefährliche Engpässe auf dem Wohnungsmarkt

Fast 42 Prozent gehen für die Miete drauf

Konstanz (gro) Hohe Mieten belasten das durchnittliche Einkommen der Konstanzer Haushalte mehr denn je. Mit einem Anteil von 41,83 Prozent liegt Konstanz jetzt vor München, Frankfurt, Berlin und Hamburg. Darauf macht Herbert Weber aufmerksam. Der SPD-Stadtrat und Wohnungspolitiker nimmt die Fortschreibung des Konstanzer Mietspiegels zum Anlass, auf die angespannte Lage hinzuweisen. Die Situation auf dem Wohnungsmarkt werde sich bereits in den kommenden drei Jahren durch eine markante Zunahme von Studierenden noch einmal zuspitzen.

Bis zu 9 Prozent Steigerung in nur zwei Jahren

Alarmierend findet es Weber, dass sich die Konstanzer Mieten sowohl bei grossen Wohnungen als auch bei Kleinwohnungen (20 bis 50 Quadratmeter) verteuert haben. Die Preise für 1-Zimmer-Appartements stiegen in nur zwei Jahren um 7 bis 9 Prozent. Bei grossen Wohnungen (100 bis 140 Quadratmeter), die auch von Familien gesucht werden, betrug der Anstieg 3 bis 4 Prozent. Verschont von solchen Preissprüngen bleibt das Mittelfeld (Wohnungen mit 50 bis 90 Quadratetern).

Zustrom von Studenten treibt die Preise

Der Preisanstieg geht laut Weber vor allem auf steigende Studentenzahlen zurück. Dabei sei der Zenit noch gar nicht erreicht. Der Scheitelpunkt werde in den Jahre 2012/2013 erreicht, sagt Weber. Das gehe aus der Bevölkerungsstatistik eindeutig hervor. In zwei bis drei Jahren dränge eine ganze Gymnasialklasse zusätzlich an die Universitäten und Fachhochschulen.

Weber: „Der Markt ist weitgehend ausgeschaltet“

Der dadurch ausgelöste Mangel an Wohnraum habe einen eigentlichen Markt auf dem Mietwohnungssektor zum Erliegen gebracht. Weber: „Es gibt keine echten Marktpreise mehr, man nimmt halt, was man kriegt.“ Vor allem Wohngemeinschaften von Studierenden hielten die Preise hoch, sagt Weber weiter. Es sei kein Zufall, dass man unter den teuersten Städten mit Freiburg, Konstanz, Trier und Marburg vier relativ kleine Städte finde – eben weil sie typische Studentenstädte seien. Aus dem Dilemma helfen könne ein verstärkter Wohnungsbau. Auf diesem Sektur bewege sich in Konstanz „viel zu wenig“. Weber: „Das muss sich endlich ändern.“ Foto: Frieder Schindele | TMW



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5 Kommentare

  1. 1. wo-becker-kn

    Ja, der Mietspiegel ist eine sehr wichtige Angelegenheit
    und sollte möglichst aktuell am Marktgeschehen liegen. Wie wichtig er ist, zeigt doch die Tatsache, dass er bei der Beurteilung von Zuschüssen, sei es das Wohngeld oder der Anteil für die Unterkunft beim Arbeitslosengeld II ( AlgII ), herangezogen wird.

    Schön wäre auch eine Spiegel über die Betriebskosten einer Wohnung, stellt deren Höhe doch eigentlich schon eine zweite Miete dar ( Betriebskostenspiegel ).
    Beide zusammen würden die Kostensituation am Konstanzer Wohnungsmarkt in seiner Gänze widerzuspiegeln.

    Wolfgang Becker
    http://www.wo-becker-kn.de

  2. 2. wo-becker-kn

    Bei Mietspiegel fällt mir gerade noch das Problem mit dem Abstellen von PKW oder Fahrrad ein, denn hier fallen ja auch Kosten an.
    Auch hier könnte ein Vergleichsspiegel hilfreich sein.

    Wolfgang Becker
    http://wolfgangbeckerauskn.suedblog.de/alles-uber-fahrradfahren/beim-neubau-von-wohnraum-sind-pkw-platze-nachzuweisen-wieso-nicht-auch-fur-fahrrader/

  3. 3. dk

    Mögliche Erklärungen für den Beitrag:

    Bei sinkenden Einkommen erhöht sich prozentual der konstante Mietanteil hinsichtlich zum Einkommen.
    Mietanpassungen können m.E. nur bei einer Fluktuation vereinbart werden, was bei kleinen Wohnungen für Studenten offenbar der Fall ist.

    Im Beitrag werden Prozente unter 10 % als “Preissprünge” bezeichnet.
    Für welchen Zeitraum?
    Wie hoch ist die Inflationsrate gewesen?
    Wie entwickeln sich die allg. Lebenshaltungskosten?

    Über die Situation über die Situation von privaten Klein-Vermietern im Bekanntenkreis habe ich mir einige Gedanken gemacht und komme zu etwas anderen Beurteilungen (und keinen Schuldzuweisungen) als der Mieterverein.

    Vielleicht unterhält man sich besser mit den vielen Immobilien-Maklern, deren Anzeigen und Faltblätter deutlich wahrnehmbar sind.
    Es erinnert mich etwas an die “Treuhand der Nach-DDR”, wo vieles zum 1-Euro-Preis “verschenkt” worden ist.
    Vielleicht sollte der Staat (wie von Hr. Weber) gewünscht, in den Immobilien-Markt unternehmerisch einsteigen: dann würden einige Bekannte evtl. 3-Euro erhalten (keine DDR-Ruine).

  4. 4. dk

    Ergänzung:
    Persönlich habe ich keinerlei Vermietungs-Einnahmen, was durch die EST-Erklärung beim Finanzamt belegt ist.
    Sofern ich eine kleine Berechtigung erhalten sollte, werde ich diese umgehend verschenken, weil ich mich nicht an einer “Mieter-Ausbeutung” beteiligen will.
    Die sozial-politischen Wünsche von Politikern an Vermieter wären für mich überfordernd, so daß man sein Geld lieber auf problemlosere Art und Weise verdient.

  5. 5. dk

    Meine beiden Beiträge sollte man nicht so ernst nehmen.

    Eher die “nördliche Kühle” gewohnt, hatte ich immer etwas Mühe mit der “südlichen (demokrat.) Streitkultur” und war etwas überrascht, daß auf meine Provokation keinerlei Gegenrede erfolgt ist - trotz erhöhter Armutsrisiken: die Leute sind doch nicht so aufrüherisch. Bei einem Interview bei ard.de hat ein Experte gemeint “die Leute neigen eher zur Selbstkritik”, was ich bei mir teilweise bestätigen kann.

    Zum Thema Vermietung:
    ich denke, daß Privatleute, die Geld und Zeit in Eigenleistungen zum Wohnungsbau gesteckt haben, weil Sie etwas über Inflation/Geldentwertung der 30er Jahre gehört haben und denken, daß “Sachvermögen sicher ist” oder die sich vielleicht eine Altersversorge durch Vermietung erhofft haben, sich zu große Hoffnungen und Erwartungen machen.
    Ich würde doch lieber auf eine private (Riester-) Zusatzrende setzen oder sehr wahrscheinlich auf “lebenslanges Arbeiten”, wobei Arbeit auch Berufung und Freizeit sein kann.

    Die Zielsetzung vom Mieterverein ist richtig, das Gesamtbild von Vermietern halte ich für teilweise unzutreffend.

    Sogar die Stadtwerke müssen etwas Gewinn für Reparaturen und Ersatz-Investitionen machen: eine Vorstufe von Investitionen ist immer Sparen (hier Gewinn) - sogar die Darlehensaufnahme ist dann eher eine zeitversetzte Ersparnis.

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