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20. Mai 2009 | Rekordverdächtige Kneipendichte

488 Konstanzer Lokale buhlen um Gäste

Konstanz (gro) Die Stadt und ihre Vororte warten neuerdings mit 488 Restaurants, Vereinslokalen und Kneipen auf. Das bedeutet, dass bei rund 80.000 Einwohnern auf jedes konzessionierte öffentliche Lokal pro Monat 164 Personen entfallen. Ein allgemein auskömmliches Wirtschaften ist angesichts dieser Zahl nicht mehr möglich: Kein Wunder, dass mindestens 30 Prozent aller Konstanzer Wirtsleute derzeit an der Grenze zur Zahlungsunfähigkeit entlang serbeln.

Die Unberechenbarkeit des Wetters

Ungefähr 10 Prozent aller Einwohner einer Stadt besuchen mehr oder weniger regelmässig ein Lokal. Das bedeutet – laut Statistik und rein rechnerisch -, dass auf jedes Konstanzer Lokal 17 einheimische Gäste kommen, vorausgesetzt, diese 10 Prozent der Einwohner gehen jeden Tag mindestens einmal in ein Restaurant oder in eine Kneipe. Doch das würde keinem Gastronomen reichen. Deshalb ist der Tourismus, vor allem aus der nahen Schweiz fürs Überfleben wichtig.

Tatsache ist ferner, dass die Gäste-Frequenzen stark schwanken und dass das Wetter als unberechenbare Komponente eine grosse Rolle spielt. Ganz zu schweigen von allfälligen „grossen Gefühlen“, die in den mehr oder weniger sanften Hügeln der Bodenseelandschaft jenseits aller Umsatzerfolge hin und wieder zu manchmal irrationalen Verlagerungen führen. Mal zieht es die ausgehfreudige Jugend zu Party-ähnlichen Veranstaltungen, mal ist alles schick, was mit dem Begriff Latino zusammenhängt, mal stehen Cocktails ganz oben auf der allgemeinen Wunschliste, mal die badisch-bürgerliche Küche, dann wieder alles, was brasilianisch schmeckt.

Seit Monaten verwaist

Mit 488 Lokalen für rund 80.000 Einwohner hat Konstanz eine für Deutschland wahrscheinlich einmalige Kneipendichte erreicht. Erste unangenehme Folgen sind bereits zu besichtigen: Die „Schwarze Katz’“ in der genau so benannten Gasse am Münster ist seit drei Monaten verwaist, das „Boccone“ (Foto) in der Bodanstrasse will nicht mal halb so grossmächtig laufen wie es projektiert ist und das „Scharfe Eck’“ an der Konstanzer Gerichtsgasse wartet nun auch schon seit über zwei Wochen auf einen neuen Betreiber … Foto: Frieder Schindele | TMW



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5 Kommentare

  1. 1. Nabholz

    Mir kommen die Tränen.Vielleicht sollten manche Wirte mal ihre Preisgestaltung überdenken.Manchmal ist weniger mehr.Wenn ich mich z.B. im Schwarzwald, der ja sicherlich auch sehr viele Touristen anzieht, anschaue, liegt das Preisniveau einige Prozent unter dem von Konstanz.
    Auch das Essensangebot nach einem Konzert - oder Theaterbesuch lässt sehr zu wünschen übrig.Da bleibt einem nichts anderes übrig als stundenlang in der Stadt zu suchen oder gleich zum nächsten Italiener, Griechen oder Türken zu gehen. Interessanterweise gibt es bei denen auch nach 22:00 Uhr noch warme (!) Küche.
    Deshalb glaube ich scheint es unseren Wirten noch nicht besonders schlecht zu gehen.

  2. 2. Wolfgang Becker | http://www.wo-becker-kn.de

    Die Stadt und ihre Vororte warten neuerdings mit 488 Restaurants, Vereinslokalen und Kneipen auf.

    Eigentlich so recht keine Neuigkeit.

    Aber wäre es nicht auch interessant, wieviel dieser Restaurants, Vereinslokalen und Kneipen gemeinsame Besitzer, Pächter haben?

    Sind doch im wirschftlichen Leben “Mischkalkulationen” nichts ungewöhnliches.

    Und was ist mit der Zielgruppenzuordnung?

    Wo sind die Treffpunkte der studierenden Konstanzer?

    Eine Zahl von 488 sagt zwar, dass es viele sind, aber nicht, ob sie auch das richtige Konzept haben, denn das ist für einen erfolgreiches Betreiben nicht unwichtig.

    Gibt es eventuell auch Lokalitäten mit neg. Zielen?

    Wolfgang becker ( http://www.wo-becker-kn.de )

  3. 3. konstanz

    Mich wundert das gar nicht. Seit in den Restaurants / Bars nicht mehr geraucht werden darf, gehen wir so gut wie gar nicht mehr aus oder natürlich in Restaurants mit separatem Raucherraum. Ansonsten feiern wir eben zuhause und laden uns Gäste ein. So wird das auch in unserem Freundeskreis gehandhabt.

  4. 4. Kultur

    Das Problem ist, dass die Wirte anscheinend keine “Wirtschaft”lichkeitsanalyse kennen. Verrückt ist, Lokale zu öffnen, die nur mit der Hoffnung auf Gäste eröffnet und dimensioniert werden, aber sonst keine Realitätsaspekte haben. So etwas nennt man dann Unternehmerrisiko, das selbst zu verantworten ist und stimmt den Verbraucher auch nicht traurig.

  5. 5. oschgeige

    Seit endlich dieser besch….. Rauch aus den Gaststätten verschwunden ist gehen wir sehr gerne nach Konstanz Essen. Es chozt uns o in dr Schwiz im Rauch zu sitzen!!!!

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