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20. Oktober 2009 | Vorbildlich: Aktion Blauer Samstag in Tübingen

Samstags kostenlos Busfahren

Konstanz (wak) Geht es nach der Fraktion der Freien Grünen Liste (FGL) im Gemeinderat, dürfen die Konstanzer an vier Samstagen im November kostenlos mit dem Roten Arnold fahren. Ob der Vorschlag der Grünen auch mehrheitsfähig ist, zeigt sich bei der Gemeinderatssitzung am Donnerstag dieser Woche.

Boris Palmer probiert’s aus

Konstanz und Tübingen haben jeweils einen Grünen Oberbürgermeister. Blaue Samstage gibt’s bisher aber nur in Tübingen. Dort können alle Fahrgäste seit September zehn Wochen lang jeden Samstag im Tübinger Stadtgebiet kostenlos Busfahren.  Tübingens OB Boris Palmer unterstützt die Aktion. Die Blauen Samstage dauern in der Universtitätsstadt noch bis 21. November. Die Stadtwerke Tübingen investieren für diese Aktion, die jeweils samstags von Betriebsbeginn bis Betriebsende dauert, rund 40.000 Euro.

Eine Idee der Grünen

Was in Tübingen geht, könnte auch in Konstanz passieren. Anne Mühlhäuser (FGL-Stadträtin) hat die Initiative ergriffen und den Vorschlag gemacht, die Konstanzer an vier Samstagen kostenlosBusfahren zu lassen. „Wir haben ein gutes Busangebot, das viele gar nicht kennen“, sagt Mühlhäuser. Viele Konstanzer wüssten auch nicht, dass eine Busfahrt nur 1,60 Euro kostet, wenn sich die Nutzer einen Mehrfahrtenblock kaufen.

Bus nicht teurer als parken

Das sei doch sensationell günstig. Parken im Parkhaus koste mindestens genauso viel. Ginge es nach Anne Mühlhäuser sollten alle Konstanzer den Bus wenigstens einmal ausprobieren. „Wenn Tübingen zehn kostenlose Samstage schafft, dann könnten wir es ja mit vier probieren.“

Umsteigen an Adventssamstagen

Bis zu den Adventssamstagen, an denen regelmäßig ein Verkehrschaos in der Bodanstraße und rund ums Lago herrscht und alle Parkhäuser belegt sind, könnten möglichst viele Konstanzer dann auf den Bus gekommen sein und das Auto stehen lassen, hofft Anne Mühlhäuser. Ein Großteil der Autofahrer komme schließlich aus Konstanz. Wenn sie tatsächlich vor Weihnachten auf den Bus umsteigen würden, blieben den Konstanzern enige Staus erspart. Unter www.sw.konstanz.de/mobilitaet/bus/aktuelles gibt’s für spontane Umsteiger alle Fahrpreise, Buslinien und Abfahrtszeiten im Überblick.

Aufsichtsrat gegen Schnupper-Aktion

„Wir sind dafür“, bekommt die Grüne Unterstützung von ihrer Fraktionskollegin Christiane Kreitmeier. Ob sich auch die Mehrheit des Gemeinderats für kostenloses Busfahren an vier Samstagen im November erwärmen kann, ist dagegen noch unklar. In der vergangenen Woche waren die blauen Samstage bereits Thema in einer Aufsichtsratssitzung der Stadtwerke Konstanz GmbH, die den Stadtbus betreiben. Der Antrag wurde vom Aufsichtsrat mehrheitlich abgelehnt. Foto: Frieder Schindele | TMW



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Ein Kommentar

  1. 1. Wolfgang Becker aus KN | http://wolfgangbeckerauskn.suedblog.de

    Ich, Führerscheinbesitzender autoloser Dingelsdorfer, fahre logischerweise regelmäßig mit dem Bus. Dafür habe ich eine Monatskarte und seit einem Jahr mir sogar eine Jahreskarte gekauft.
    Samstags kostenlos Busfahren halte ich für eine gute Idee, die dann aber bei der nächsten Preiserhöhung,die mit der Zeit 100% kommen wird, verrechnet wird, damit die Gerechtigkeit wieder gegeben ist.
    Auch müssten auf einigen Strecken ( z.B. die der Linie 4 ) mehr Busse eingesetzt werden, sind die jetzigen doch schon Samstags gut ausgelastet. Es werden hoffentlich auch die Einkaufstaschen nicht leer heimgetragen, so dass ab und an ein Fahrgast zwei Plätze belegen muss, was die Busse noch mehr auslastet.

    Wie üblich sind das Problem die Kosten.
    Hier schlage ich vor, das man es durch einer Steigerung der Wohnqualität, aber auch Einkaufqualität, in der Innenstadt aufwiegt.
    Darüber hinaus sollte für neue PKW-Parkhäuser ein Baustopp erlassen werden, denn neue Parkhäuser wollen finanziert und dann auch gefüllt werden und somit müssen noch mehr PKWs in die Stadt geschickt werden.

    Beim ersten Einsatz kann man es als Webung für den Bus abrechnen, denn es stimmt, etliche Bürger kennen das Busnetz in ihrer Stadt nicht und damit könnte so Überzeugungsarbeit erfolgen.

    Versucht hat man es ja schon öfter: beim Seenachtsfest, Fasnacht und auch bei sonstigen Großveranstaltung ist das Busfahren kostenfrei.

    Es geht hier um eine politische und nicht um eine Unternehmerische Entscheidung.
    Das der Aussichtsrat dagegen ist, ist nur konsequent. Er ist für den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens verantwortlich. Die Politik muss wollen und dem Betreiber (Stadtwerke) in die Lage versetzen, diese Zusatzleistung anzubieten.

    Gewinner sind die Menschen. Staufreiheit und bessere Luft sind ihr Lohn.

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