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2. Oktober 2010 | Sonntag Tag der offenen Moschee

Was man schon immer über den Islam wissen wollte

Konstanz (wak/gro) Mehr als 4000 Menschen muslimischen Glaubens leben in Konstanz. Ihr Gotteshaus, die Moschee, steht mitten in der alten Bischofsstadt an der Reichenauer Strasse. In diesem Herbst wird die Moschee mit dem 35 Meter hohen Minarett zehn Jahre alt. Bundesweit öffnen morgen, am ersten Sonntag im Oktober, Moscheen ihre Türen zu einem „Tag der offenen Moschee“. Die Konstanzer Moschee-Gemeinde ruft die Konstanzer auf, an der Reichenaustrasse vorbei zu schauen und sich über den Islam zu informieren. Fragen zur Geschichte des Islam sind ebenso willkommen wie zu den verschiedenen Strömungen des Islam und zum Verhältnis der Gläubigen zu Politik, Gesellschaft und Staat.

„Ähnlich wie ein christliches Gemeindefest“

Der Vorsitzende der Türkisch Islamischen Gemeinde in Konstanz betreibt in der Hussenstrasse einen Schlüsseldienst. Als wir ihn besuchen, sitzt Kurban Aras gerade mit seiner Frau Leyla Aribas auf Holzstühlen vor einer Bäckerei gleich neben dem Schlüsseldienst. Leyla Aribas trägt einen Schleier. „Am 3. Oktober sind alle eingeladen, die Moscheen zu besuchen, mit ihren muslimischen Nachbarn in Kontakt zu treten und Fragen zum Islam zu stellen“, sagt Leyla Aribas. Sie vergleicht den Tag der offenen Moschee mit einem Gemeinde- oder Kirchenfest bei den Christen. Der Grad der Neugierde und die Zahl der Besucher, habe in den vergangenen Jahren stets damit zu tun gehabt, welche Rolle der Islam gerade in der öffentlichen Diskussion und in den Medien spielte. Nach den Anschlägen vom 11. September seien die Menschen verunsichert gewesen; entsprechend groß sei damals das Interesse von Nicht-Muslimen am Dialog gewesen. Sollten in diesem Jahr weniger Besucher kommen, könnte das auch ein Zeichen der Normalität gesehen werden, sagt Leyla Aribas.

„Terror ist nicht islamistisch, jüdisch oder christlich“

In Konstanz steht die Moschee mitten in der Stadt. Das Minarett ist - so wie Kirchentürme der christlichen Kirchen - weithin sichtbar. Von der linksrheinischen Seite aus betrachtet sieht es fast so aus, als ob das Gotteshaus in der Stadt am Seerhein zwischen den Häusern stünde. Kurban Aras wird plötzlich energisch: Terror sei nicht islamistisch, jüdisch oder christlich. „Wir alle müssen Terrror bekämpfen – fertig!“, sagt der Türke, der seit mehr als 30 Jahren in Deutschland lebt und einen deutschen Pass hat. Der Kontakt zur jüdischen Gemeinde und zu christlichen Gemeinden sei gut, sagt Gemeindevorsteher Kurban Aras. Das Zusammenleben funktioniere. Jedes Jahr kämen mehr als 100 Besuchergruppen in die Moschee, unter ihnen auch viele Schweizer. In der Schweiz gilt, anders als in Deutschland, ein Minarettverbot.

Mehrere Hundert beim Freitagsgebet

Muslimas und Muslime treffen sich einmal pro Woche zum Freitagsgebet. Außerdem gibt es Gebete am Opfer- und Ramadanfest – dann kommen mehr als 1000 Gläubige in die Moschee. Das ist ein bisschen wie mit Weihnachten in christlichen Kirchen. An den Freitagsgebeten nehmen etwa 300 bis 400 Männer und Frauen teil, erzählt Leyla Aribas. Unter ihnen seien viele Studenten. Wann das Freitagsgebet stattfindet, hängt vom Stand der Sonne ab. Zur Zeit beginnt es um 13.30 Uhr. Männer und Frauen beten in der Moschee gleichzeitig, aber voneinander getrennt. Jeder Muslim, der es mit den religiösen Anweisungen genau nimmt, muss fünf Mal am Tag beten: vor Sonnenaufgang, mittags, nachmittags, nach Sonnnenuntergang und zwei Stunden später noch einmal, erklären Kurban Aras und Leyla Aribas. Der Koran lässt aber Ausnahmen und Anpassungen gelten, wenn besondere Umstände diese Praxis erschweren oder unmöglich machen.

Von der Hinterhofmoschee zum Neubau

Bevor es die Meviana Moschee gab, trafen sich die Muslime in einer so genannten Hinterhofmoschee in der Kreuzlinger Straße. Vor zehn Jahren erwarb die Türkisch-Islamische Gemeinde dann ein Baugrundstück an der Reichenaustraße. „Es war eine große finanzielle Herausforderung“, erzählt Aras über den Neubau. Die Gemeinde machte Schulden, die sie noch immer abzahlt. Die Raten stammen aus Mitgliedsbeiträgen und aus den Einnahmen durch die Vermietung der Fläche für einen Lebensmitteladen im Gebäude. Der Imam, der Geistliche, Lehrer und Seelsorger der Gemeinde, wird von der Türkei bezahlt.

Die Moschee kann Frauen aus der Isolation helfen

Ein deutschsprachiger Schwesternkreis, in dem sich Frauen austauschen, ein türkischsprachiges Frauentreffen, Wochenendunterricht für Kinder, ein Kunstprojekt für Mädchen und ein Abendessen in der Moschee - Kindern und Jugendlichen will die Gemeinde religiöse Werte vermitteln. Islamunterricht an Konstanzer Schulen gibt es, anders als in Kreuzlingen, noch nicht. „Kinder lernen wie bete ich“, sagt Aribas. Sie lesen arabische Texte und sollen erfahren, wie sie sich gegenüber ihren nicht-muslimischen Nachbarn verhalten und wie sie mit ihnen sprechen sollen, sagt Leyla Aribas. „Wir sind sehr transparent“, betont die Türkin. „Ich finde es schade, wenn Religion politisiert wird.“ Viele Muslimas kämen erst über die Moschee in Kontakt mit anderen Frauen und mit deutschen Frauen. Die Moschee helfe ihnen aus der Isolation.

Stündliche Führungen und Köstlichkeiten der türkischen Küche

Der Tag der offenen Moschee zum zehnjährigen Bestehen der Meviana Moschee in Konstanz beginnt am Sonntag, 3. Oktober, um 11 Uhr. Stündlich gibt es Führungen durch die Moschee. Um 14 Uhr wird der Tag offiziell eröffnet und es gibt einen Rückblick auf „Zehn Jahre Moschee Konstanz“. Besucher dürfen sich außerdem auf Köstlichkeiten aus der türkischen Küche freuen. Bild: TMW




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4 Kommentare

  1. 1. Leser

    Am 03. Oktober feiere ich den Tag der Deutschen Einheit und werde nicht die Versammlungsstätten einer intoleranten Politreligion besuchen.

    “Der Islam ist nicht bloß eine religiöse Überzeugung, sondern eine revolutionäre Ideologie und der Dschihad beruft sich auf diesen revolutionären Kampf … überall auf dem Antlitz der Erde, alle Staaten und Regierungen zu zerstören, die sich der Ideologie und dem Programm des Islam entgegenstellen.” (Abdul Ala Maududi)

  2. 2. Leser

    Wohin die rosarote Integrationsseeligkeit führt, zeigt einmal wieder eine Meldung aus Britannistan:

    http://www.telegraph.co.uk/education/educationnews/8038820/British-schools-where-girls-must-wear-the-Islamic-veil.html

    An inzwischen drei britischen Schulen zwingen die Schulen die britischen Schülerinnen in den Ganzkörperschleier (Burka und Nikab). Man hat diese Verschleierung den Moslems zuliebe einfach zum Bestandteil der Schuluniform erklärt. Entweder die britischen Mädchen verschleiern sich - oder sie dürfen nicht mehr in die Schule kommen.

    Und wie stehen eigentlich islamische Länder zum Thema “Integration von Minderheiten”? Hannes Stein berichtet von seinen Erlebnissen:

    “Ich traute meinen Ohren kaum: Die Schriftstellerinnen und Schriftsteller, mit denen ich zu tun bekam – lauter gebildete, kultivierte, auf den ersten Blick auch ganz nette Leute – hießen das Attentat gut. Die Amerikaner seien Imperialisten und Verbrecher. Einer meiner Interviewpartner sagte mir ins Gesicht: “Wen haben die Amerikaner nicht bombardiert? Sie haben Strafe verdient.”

    In jenem Land lebte eine christliche Minderheit. Meine Gesprächspartner sagten mir eigentlich alle dasselbe: Unter uns leben jetzt zehn Prozent Ausländer. Das ist für unsere Gesellschaft kaum zu verkraften, kein Wunder, dass es Fremdenhass und antichristliche Gefühle gibt. Ich dachte später im Hotelzimmer darüber nach: Ein islamisches Land, das sich in einem schmerzhaften Dauerkonflikt mit einer christlichen Minorität befindet – na ja, eigentlich kein Wunder, dass seine intellektuelle Elite sich mit Mohammed Atta und Genossen solidarisiert. Schließlich kann man von einer islamisch geprägten Gesellschaft nicht erwarten, dass sie sich so aufführt, als sei sie die Wiege der abendländischen Demokratie.”

    http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/immer1/

    Schon seltsam, daß immer dann die rosarote “Ich-mach-mir-die-Welt-wie-sie-mir-gefällt”-Prosa schlagartig aufhört, wenn Journalisten einmal ihre warme Schreibstube verlassen und mit der Wirklichkeit konfrontiert werden.

    Ebenso predigen linke und grüne Politiker die Mär der gesunden Bereicherung, schicken aber ihre eigenen Kinder nicht auf öffentliche Schulen mit hohem islamischen Migrantenanteil. Sondern auf “saubere” Privatschulen. So findet der grüne ehemalige Umweltminister von Schleswig-Holstein, daß er seine Kinder nicht auf öffentliche Schulen mit 90 Prozent Migranten schicken würde. Schließlich sollen seine Kinder nicht die Folgen mißglückter Einwanderungspolitik ausbaden.

    Aha. Aber das ständig belehrte Volk muss das gefälligst.

    Ebenso die Kinder von Hannelore Kraft (SPD) oder Andrea Ypsilanti (SPD) oder von Katharina Schwabendissen (Linke): Deren Kinder besuchen alle migrantenfreie Privatschulen, während die Mütter dem Volk vorbehaltlose Erduldung falscher Migration verordnen. Sekundiert von einer Medienlandschaft, die sich zum Lehrmeister des Volkes aufgeschwungen hat.

  3. 3. Wassermann

    Ach Herr Leser,
    schade, dass Sie nicht in der Moschee waren und statt dessen schlechte Nachrichten aus aller Welt gesucht und gelesen haben. Ich dachte, Sie wollten den Tag der deutschen Einheit feiern.
    Ich kann Ihnen nur wünschen, daß sie einmal Ihre kalte Lese-und Schreibstube verlassen und sich selbst vor Ort mit den Menschen ein Bild machen. Oder glauben Sie eher den Nachrichten aus aller Welt?
    Ihre Kommentare drücken viel Frustration und Hass aus. Was haben Sie erlebt, daß Sie so bitter sind? Oder vielleicht sollte man eher fragen: Was haben Sie nicht erlebt?

  4. 4. Leser

    Sehr schön. Während in Großbritannien gerade an drei Schulen die Ganzkörperverschleierung vorgeschrieben wird, verkündet der bunte Christian Wulff am Tag der Deutschen Einheit, daß der Islam zu Deutschland gehöre. Warten wir seine nächste Rede zur Deutschen Einheit ab, wenn er verkündet, daß von nun an die Burka ebenso zu Deutschland gehört. Damit sich unsere Enkel künftig nach der Scharia statt der freiheitlich-demokratischen Verfassung richten müssen. Immerhin hat die linke Lehrergewerkschaft bereits festgestellt, daß unter islamischen Migranten eine gewisse Deutschfeindlichkeit herrscht. So wissen wir wenigstens, was uns in Zukunft erwartet.

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