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18. Oktober 2010 | Stadtverwaltung legt erfreuliche Schlussrechnung vor

Die neue Eisenbahnbrücke ist plötzlich ganz preiswert

Konstanz (gro) Für geradezu läppische 357.859 Euro sind die Konstanzer zu der neuen Brücke am Ende der Bodanstrasse über die Bahngeleise gekommen. Von wegen Millionengrab und Kostenexplosion. Nicht für Konstanz jedenfalls. Denn die Stadt zahlt gerade einmal 12 Prozent der tatsächlichen Baukosten. Und die sind nun am Ende lange nicht so hoch wie vor einem Jahr befürchtet werden musste. Damals war von 4,2 Milllionen Euro die Rede. Nach den abschliessenden „Kostenzusammenstellungen“, die Bauverwaltung und Kämmerei kommenden Donnerstag dem Stadtparlament vorlegen werden, kommt glatt eine Millionen weniger heraus.

Bund und Bahn zahlen den Löwenanteil

Nach dem so genannten Eisenbahnkreuzungsgesetz (EKRG) zahlen Bund, Bahn AG und Stadt je ein Drittel der der reinen Baukosten. In diesem Falle sind das je 969.000 Euro. Doch das Drittel der Stadt wird nach dem Entflechtungsgesetz (bis 2007 GVFG/Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz genannt) zu 80 (!) Prozent, und damit mit 775.037 Euro bezuschusst. Diese 775.037 Euro sind Bundesmittel, die aber vom Innenministerium des Landes über das zuständige Regierungspräsidium genehmigt und zugewiesen werden. Hinzu kommen allerdings 164.100 Euro als Anteil an den Nebenkosten (insgesamt 428.317 Euro) zu denen die Planungsarbeiten zählen, woraus sich schliesslich ein städtischer Baukostenanteil von insgesamt 357.859 ergibt.

Der Aufzug von der Brücke zum Bahnsteig 2 kommt vorerst nicht

Da ist es zu verschmerzen, dass die Stadt auch die kompletten Planungskosten für einen dritten Aufzug zahlen muss, der die Brücke mit dem Bahnsteig 2 (für die Geleise 2 und 3) hätte verbinden sollen. Doch der Aufzug ist überflüssig geworden, weil die Bahn im Zusammenhang mit einer grossangelegten Bahnhofssanierung im Bereich der Unterführung in der Bahnhofsmitte demnächst auf eigene Kosten eine Aufzugsanlage bauen wird. Der Aufzug von der Brücke, den die Stadt zumindest vorerst selber hätte komplett bezahlen müssen, hätte die Stadt 360.000 Euro gekostet. Nun sind nur die Planungskosten in Höhe von 58.211 Euro fällig. Und das Geld ist nicht verloren: Wenn der Aufzug später einmal nötig wird, sind die Planungskosten schon bezahlt. Bild: TMW



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4 Kommentare

  1. 1. Leser

    In Konstanz werden jährlich über 16,5 Millionen Euro für Kultur und Soziales ausgegeben. http://www.konstanz.de/rathaus/00743/00893/index.html
    Damit man sich sowas leisten kann, macht auch Konstanz fleißig Schulden auf Kosten der folgenden Generationen. Jährlich 2,1 Millionen Euro für Zins und Tilgung!
    http://www.konstanz.de/rathaus/00743/00895/index.html

    Davon hat kaum jemand was und jeder Euro, der dort ausgegeben wird, ist auf Nimmerwiedersehene verschwunden und nützt nur ein ganz kleinen Minderheit, die sich ihre Kultur oder ihr Leben damit auf Kosten der Allgemeinheit finanzieren lässt. Da sind die Kosten für eine Brücke, die zudem wirklich einen handfesten Nutzen hat, ein Klacks. Egal, wie man rechnet: Tatsächliche 360.000 Euro oder die empört zusammengerechneten Gesamtkosten von 3,2 Millionen Euro. Lieber eine Brücke auf Pump bauen, als geliehenes Geld für Sozialpässe und Theater ausgeben.

  2. 2. Winfried Kropp | http://www.spd-konstanz.de/

    Lieber Leser,

    wenn Sie schon aus den Haushaltsplänen der Stadt zitieren, dann bitte richtig: Die genannten 2,1 Millionen Euro sind ausschließlich die planmäßige Tilgung. Zinsen werden in einem anderen Haushaltstitel veranschlagt.

    Haushaltsrechtlich dürfen Städte und Gemeinden nur Kredite für Investitionen aufnehmen, daran hält sich die Stadt Konstanz auch.

    Es schadet niemand, vor dem Schreiben etwas zu Lesen. Und wir alle wissen: Wer lesen kann, ist klar im Vorteil!

  3. 3. al

    Lieber ‘Leser’,

    Stadtarchiv, Rosgartenmuseum, Naturmuseum, Stadttheater, Südwestdeutsche Philharmonie, Sonstige Musikpflege (
einschließlich Musikschule), Stadtbücherei, Sonstige kulturelle Einrichtungen 
(Gemäldegalerie, Volkshochschule, Hus-Haus) - dies sind die Posten, für die Sie die Ausgaben als unwichtig erachten - sind Ausdruck unserer über Jahrhunderte erworbenen Kultur und Errungenschaften unserer modernen Gesellschaft.

    Ebenso wie die Sporteinrichtungen (von Ihnen werden die Kosten für die Förderung des Sports, für Sporthallen und Sportplätze, Bäder bemängelt) sind sie wichtiger Teil der Infrastruktur unserer Stadt.

    Wenn sie ernsthaft deren Abschaffung fordern, unterscheiden sich Ihre Ziele wirklich kaum von denen der zivilisationsfeindlichen Taliban. Aber so ist es halt mit Stammtischparolen.

    Vielleicht sollten Sie einmal einige der Einrichtungen in Anspruch nehmen, die sie als ungerechtfertigt betrachten. Theater ist nun wirklich keine elitäre Einrichtung, und sie brauchen keine Angst zu haben, es nicht zu verstehen. Es ist wie Fernsehen, nur in echt, und meist sehr unterhaltsam. Und eine Nutzung der Bade- und Sportanstalten wäre wahrscheinlich auch kein Fehler.

    Da sie alle von Ihnen nicht genutzten Einrichtungen als unwichtig abtun, wundert mich dass Sie die Schulen und die Jugendarbeit ausnehmen. Ausserdem haben sie auch die Strassenbeleuchtung vergessen. Die braucht dann ja auch kein Mensch, wenn alle in ihren Höhlen vor den Flimmerkisten sitzen.

  4. 4. Leser

    Typische linksrotgrünes Realitätsverweigerungsgeschwätz, das unser Land da hin geführt hat, wo es steht. Alimentiert in allen Lebenslagen durch den Sozialstaat lässte es sich fein leben. Und diejenigen, die Geld und Almosen verteilen, sind die Bauernfänger der Politik.

    Und das haben wir davon:
    Entfielen im Jahr 1970 noch rund 15% der kommunalen Ausgaben auf Soziales, liegt der Anteil inzwischen bei über 35%. Gerade umgekehrt entwickelte sich das Investitionsvolumen.

    Natürlich denken egoistische Empfänger des warmen Sozialgeldregens nicht an nachfolgende Generationen, sondern erst mal an sich. Wer die Idylle stört, wird beschumpfen. Daher wundere ich mich über den Mut obiger Kommentatoren, so einen Unsinn zu verzapfen.

    Der Durchschnittsdeutsche will lieber Rente als Marktwirtschaft und lieber Sozialismus als Freiheit. Da der Durchschnittsdeutsche aber dumm ist, nimmt er nicht wahr, daß er ohne Marktwirtschaft auch keine Rente kriegt. So ist das. Und witzigerweise sind die Leute mit dem Staat umso unzufriedener, je höher die Sozialleistungen. Wie die Süchtigen verlangen sie immer mehr.

    Es ist eine Wohlstandskrankheit, ständig sozialpolitische Segnungen zu verteilen.

    Wir sind der größte Sozialstaat der Welt, seit 1970 kam kein Haushalt mehr ohne Schulden aus! Bravo! Haut die Kohle raus, die Neosozialisten werden noch mehr Schulden verteilen, weil sie Wählerstimmen benötigen!

    Der typische Deutsche will am liebsten nur noch 30 Stunden die Woche arbeiten, aber dafür vollen Lohn kassieren, und ansonsten von Väterchen Staat in jeder Lebenslage alimentiert werden. Hurra!

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