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20. Mai 2019 | Anlass ist Neubebauung des Vincentius-Areals

Schüler und Studiosi: Stadt muss nachhaltiger planen

Konstanz (gro) Schüler und Studierende der Bewegung Fridays for Future (Freitags für die Zukunft) haben Gemeinderat und Stadtverwaltung aufgefordert, die Pläne für die Neubebauung des Vincentius-Areals konsequent so umzugestalten, dass sie „klimaneutral“ ausfalle. Schliesslich habe Anfang Mai der Gemeinderat zusammen mit Uli Burchardt, dem Chef der Stadtverwaltung. einstimmig den Klimanotstand ausgerufen.

„Dem Bekenntnis müssen Taten folgen“

Mit dieser Deklaration, heisst es bei den Madchen, jungen Frauen und ihren männlichen Mitstreitern, habe sich Konstanz ausdrücklich verpflichtet, dem Bekenntnis entsprechende Taten folgen zu lassen. Tatsächlich werde auf dem Vincentius-Areal zwischen Unterer Laube und Schottenstrasse munter weiter „unsere Zukunft“ verbaut, heisst es bei der Bewegung.

Gefordert wird ein „sofortiges Betonverbot für Neubauten“

Dazu müsse man beispielsweise wissen, dass nur ein „sofortiges Betonverbot bei Neubauten“ in weiten Teilen der Bauwirtschaft mithelfen würde, die längst angelaufene, menschengemachte globale Erderwärmung zu stoppen. Dazu würde gehören, dass Konstanz zu seinem Versprechen steht, bereits 2030 klimaneutral bauen zulassen. Ausgenommen wären nicht anders zu lösende Bauaufgaben wie Fundamente, sowie kleinere bereits geplante Wohngebäude mit weniger als fünf Wohneinheiten.

Noemi Mundhaas: „Es gibt die Möglichkeit zur Umkehr“

Die Herstellung und Verarbeitung von Beton sei für 7 Prozent der menschengemachten Treibhausgase verantwortlich, heisst es weiter. Pro Tonne Zement entstünden über 700 Kilogramm CO2. Verantwortung für unsere Zukunft zu übernehmen, bedeute mit nachhaltigen Rohstoffen zu bauen, nicht mit Beton und anderen energieintensiv hergestellten und kaum wiederverwendbaren Materialien”, sagt Fridays for Future- Pressesprecherin Noemi Mundhaas. Und: „Schon heute gibt die Möglichkeit, mit Holz sogar CO2 “positiv” zu bauen, da Bäume während der Wachstumsphase CO2 einlagern, das dann im Gebäude gespeichert wird”.

„Auch das Land steht in der Pflicht“

Als weiterer Kritikpunkt am geplanten Neubau wurde die zweistöckige Tiefgarage genannt. „ Bei acht Buslinien, die direkt vor der Haustür halten, kann man erwarten, so Aktivist Manuel Oestringer, „dass ein so zentral gelegener Neubau ohne Tiefgarage auskommt.“ Die Zukunft müsse „autoarm werden“, andernfalls sei „die dringend nötige Verkehrswende“ nicht zu schaffen. Das Baugebiet gehöre der Landesbank Baden-Württemberg. Dies es auch bebauen lasse. Insofern stehe auch das Land Baden-Württemberg in der Pflicht zu handeln, so Aktivistin Ronja de la Torre.

Bild: Frieder Schindele



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Ein Kommentar

  1. 1. Bruno Neidhart

    Zurück zu Pfahlbauten oder Fachwerk oder Vollholzbauten? Mit der derzeitigen Bevölkerungszunahme (besonders in unseren Städten) würde der deutsche Wald in kurzer Zeit wohl ganz gehörig geschreddert. Jeder heutige Baustoff hat seine Vor- und Nachteile. Betrifft auch das Holz! Es liegt an den Planern, diese Attribute sinnvoll einzusetzen dort, wo dies möglich erscheint. Beton ist heute eben der moderne Baustoff, mit dem langlebig, stabil und besonders hoch (dann zusammen mit Stahl) gebaut werden kann. Und Beton ist sogar recyclebar zur Wiederverwendung bei anderen Baumaßnahmen, z.B. im Fahrrad-Wegebau.

    Über den Neubau auf dem Vincentius-Areal kann man sich selbstverständlich seine eigenen Gedanken machen. So zum Beispiel, ob das Bauvolumen angemessen ist (wohl eine Sache der Wirtschaftlichkeit), genügend Grün mitgestaltet wird, usw. Jedoch zu meinen, ein solcher Bau käme heute (bereits) ohne Tiefgarage aus, wie sich das ein “Aktivist” vorstellt, entspricht einem Wunschdenken. Auch mit noch so vielen “Buslinien vor der Haustüre”!

    “Sofortiges Betonverbot für Neubauten” ist übrigens ein Schlagwort, das zwar als Aufhänger eingängig klingt, jedoch allgemein nicht durchsetzbar ist. Hingegen kann ein “formuliertes Abwägen” sinnvoll sein, wie denn etwa in diesem oder jenem Aussenquartier auch noch gebaut werden könnte. So demnächst im Hafner! Dort wäre mal auf Erfahrungen von Freiburg i.Br. zu verweisen, eine Stadt, die sich schon länger versucht, nachhaltig-ölologisch aufzustellen. Mindestens an ihren Rändern. Oder - etwas näher - käme besonders ins Sachen “Holz” in Oberdorf (zwischen Litzelstetten und Dingelsdorf) die kleine Siedlung in Frage, die damals Schaudt-Architekten (Konstanz) erstellten. Es wurde also schon früher alternativ gedacht. Ob jeweils nur freitags, lässt sich nicht mehr rekonstruiren……..

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