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5. Oktober 2020 | Bodensee-Treffen macht Lust auf Demokratie

Konstanz bleibt bunt - und Querdenker sind nötig

Konstanz (gro) Für eine komplette Menschenkette um den Bodensee hat es nicht gereicht; es waren aber weit über 10.000 Menschen, die es versucht haben. Und auch das ist ein Erfolg. Schon allein deshalb hat das vergangene Wochenende Lust gemacht auf Demokratie. Verbessert wird diese Aussicht durch den friedlichen Verlauf der zahlreichen Kundgebungen und Demonstrationen der vergangenen beiden Tage. „Konstanz bleibt bunt“ lautet ein zufriedendes Fazit der Veranstalter, in das auch Oberbuergermeister Uli Burchardt einstimmen konnte. Mehr denn je dürften nun staatlich verfügte Anordnungen nicht einfach hingenommen, im Dialog beurteilt und bei Bedarf korrigiert werden.

Wer macht wen zum Verschwörer?

Kein Mensch braucht Verschwoerungstheoretiker. Doch abgesehen von etlichen Clowns, die zu diesem Thema teilweise durchaus amüsante Diskussionsbeitraege liefern, sind es die angeblich ach so vernünftigen und rational urteilenden politischen Eliten, die anders Denkenden das Prädikat des Verschwoerungstheoretikers verpassen. Um sich dabei besser durchsetzen zu koennen, benutzen sie das dafür am besten geeignete Instrument: das Instrument der Angstmacherei.

An der Spitze ein gelernter Bankkaufmann

Typisch für das immer wieder etwas tapsig wirkende Vorgehen der Berliner Bundesregierung moegen zwei Hinweise herhalten. Erstens handelt es sich beim Bundesgesundheitsminister Jens Spahn um einen gelernten Bankkaufmann, zweitens ist Lothar Wieler, der Leiter des Robert-Koch-Instituts, der Chefberater der Berliner Bundesregierung in Sachen Corona, ein geklernter Tierarzt. Die Feststellung dieser Tatsachen und auch der Tatsache, dass die von Professor Drosten an Wielers Institut entwickelten Corona-Testverfahren bis heute nicht abschliessend bewertet (validiert) werden konnten, sollen von „dornroeschen.nu“ zwar nicht „verschwörerisch“ hervorgerhoben, aber auch nicht uebersehen werden.

Für einen bunten Kreis von Wissenschaftlern

Im Hinblick auf derartige Sottisen sei mit besonderem Nachdruck darauf aufmerksam gemacht, dass es offensichtlich ein geradezu sträfliches Versäumnis war, auf die Nebenwirkungen verschiedener Lockdowns nicht aufmerksam zu machen. Dem sollte begegnet werden. Sinnvoll wäre es, Foren einzurichten, in denen sich Vertreter unterschiedlicher Disziplinen austauschen, vor allem Wissenschaftler, die nicht bloss mit der Virologie befasst sind, sondern auch Soziologen, Psychologen, Philosophen, Ökologen und Ökonomen. Der Austausch von Erkenntnissen auf internationaler Ebene, aus den verschiedensten Sphähren, verbunden mit einem möglichst umfassenden Wissenstransfer - das ist es, worauf wir weltweit und auch in China, zum Wohl aller Erdenbuerger, hinarbeiten müssen.

Bild: Frieder Schindele



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7 Kommentare

  1. 1. Bruno Neidhart

    Liest man den neuesten Polizeibericht über die verblichene Veranstaltung am schönen Bodenseeufer, ist Ernüchterung angesagt. Mit der vorgängig proklamierten gigantischen Schar von Interessenten wurde versucht, der Konstanzer Veranstaltung Gewicht zu geben. Ging schief. Die Realität hat die Veranstalter eingeholt. Warum “dornroeschen.nu” zu einer sehr komplexen Materie, um die es sich hier handelt, jetzt durchwegs “staatliche Fehlleistungen” zu entdecken versucht, ist nicht festzumachen. Mit “Lust auf Demokratie” kann es wenig zu tun haben. Und mit “China” und “aller Erdenbürger” wird eine Ebene erreicht, mit der über alles “weltweit” echt quer gedacht wird. Das “Wohl” kommt letztlich aus Konstanz? Schon etwas viel Pomade.

  2. 2. Marcus Nabholz

    Man darf die Regierung immer kritisieren. Das ist das Recht in der Demokratie, aber sie muss fundiert sein. Der Regierung vorzuwerfen, sie habe falsch reagiert ist fragwürdig. Das Coronavirus war bis dato unbekannt. Man weiß bis heute nicht, wie man richtig damit umgeht, ob Impfungen und welche Medikamente helfen. Also muss man verschiedene Massnahmen ausprobieren. Man weiss nur, dass das Tragen eines Mundschutzes die Verbreitung nicht verhindert, aber einschränkt. Das Anfangs der Pandemie das Bundesseuchengesetz, das sogar über dem Grundgesetz steht, in Anwendung kam war folglich richtig. Teile unserer Gesellschaft ist leider inzwischen so dekadent geworden, dass sie selbst Krankheiten in Kauf nimmt, nur um ihrem Wohlfühlstatus weiter zu erhalten und ja keine Unbill in Kauf zu nehmen. Paries und Großevents sind wichtiger als Gemeinwohl!
    Wenn das so weitergeht, hilft auch unsere Demokratie nicht mehr weiter. Die alten Kulturen (Perserreich, Römer, Griechen Inkas usw.) sind die besten Beispiele, wie eine Hochkultur zu Ende gehen kann.

  3. 3. Norbert Höpfinger

    Lieber Herr Gropper,
    Sie dissen Leute, die mit ihren Maßnahmen und Verordnungen gerade verzweifelt versuchen Sie am Leben zu halten. Sie gehören zur Hochrisikogruppe, alt und übergewichtig. Alle Maßnahmen zielen darauf Ansteckungen möglichst zu vermeiden. Die Ideen und Vorstellungen der “Querdenker” sind eher geeignet Sie, Herr Gropper, umzubringen. Die „Querdenke“r sind so nötig wie eine dritte Brustwarze. Lesen Sie doch mal das Grundgesetz, Artikel 2, Satz 2. Wenn Sie nach der Lektüre, hier an dieser Stelle mitteilen: “Will ich nicht, brauche ich nicht!”, soll es mir recht sein. Ansonsten wäre wohl eine Entschuldigung fällig.

  4. 4. chris weiss

    Zitat: “sinnvoll wäre es, Foren einzurichten, in denen sich Vertreter unterschiedlicher Disziplinen austauschen, vor allem Wissenschaftler, die nicht bloss mit der Virologie befasst sind, sondern auch Soziologen, Psychologen, Philosophen, Ökologen und Ökonomen”
    1. Wenn eine neue, pandemisch auftretende Krankheit kursiert, ist es sinnvoll, Massnahmen zu treffen, die helfen, die Verbreitung der Krankheit eunzudämmen. 2. Wenn eine Krankheit neu, der Erreger zuvor unbekannt war, kannman nicht auf Medikamente und Wissen gegen und über die Krankheit zurückgreifen. 3. Daraus folgt, dass sich einmal getroffene Massnahmen mit zunehmender Erkenntnis und Kenntnis evtl. als falsch, zu stark oder auch zu schwach herausstellen. Deshalb die eingangs getroffenen Masnahmen pauschal nachträglich zu verurteilen, ist Unsinn. Niemand wusste es besser - und nichts tun hätte garantiert mehr geschadet - wie man in anderen Ländern und Regionen problemlos sehen kann. 4. Unter Wissenschaftlern herrscht ein reger Austausch - logischerweise prioritär unter solchen gleicher Fachrichtung. Da werden auch abweichende Meinungen geprüft. Sollten sie sich allerdings als Unsinn erweisen, werden sie eben auch entsorgt. Gerade in solchen Situationen macht es auch wenig Sinn, Zeit mit abstrusen Theorien (von Desinfektionsmittel trinken bis Vitamin-D-Tabletten schlucken) Zeit zu verlieren. Politologen, Ökonomen etc. kann man im Laufe der Zeit in die Entscheidfindung einbeziehen. Aber nicht bevor man Schutzmassnahmen getroffen hat - da ginge viel zu viel Zeit ins Land. 5. Entscheidungen fällen müssen PolitikerInnen - WissenschaftlerInnen können nur Grundlageninformationen liefern. 6. Es ist völlig egal, ob der Gesundheitsminister ursprünglich Bankkaufmann, Krankenpfleger oder Epidemiologe war - er muss politische Entscheidungen fällen und weder pflegen noch forschen. 7. Das Vorgehen der Regierung erscheint mir wesentlich weniger “tapsig” als das Geschwiurbel jener, die die Deomkratie in Gefahrsehen, wenn sie einen Mund-Nasen-Schutz tragen sollen.

  5. 5. Erich Gropper

    Ein springender Punkt (von sehr vielen weiteren) bei der Auseinandersetzung in Sachen Corona ist die Frage, ob durch den Lockdown, so wie er gehandhabt wurde, wesentlich mehr Opfer zu beklagen sind als es bei einem modifizierten und zielgerichteteren Vorgehen der Fall gewesen waere.

    Vorneweg sei (wieder einmal) angemerkt: Zum Zeitpunkt des Lockdowns Ende Februar war die Zahl der Neuinfektionen bereits stark abgesunken, und zwar unmittelbar vor dem Beginn des Lockdowns. Das niedrige Niveau hielt sich in der Folgezeit.

    Inzwischen allgemein bekannte Kritiker wie Prof. Bhakdi und Prof. Wodarg machten aber auf die Gefahr so genannter Kolateralschaeden aufmerksam. Obwohl diese beiden Wissenschaftler, die zudem einen grossen praktischen Erfahrungsschatz haben, sachlich argumentierten, wurden sie in der Folge als Verschwoerungstheoretiker bezeichnet und abgetan. So oder so aehnlich erging es vielen Kritikern und Skeptikern, die es wagten, sich dem so genannten Mainstream, personifiziert durch Politiker, Journalisten und Virologen entgegen zu stellen..

    Warum, so frage ich mich, war kein Beratergremium gebildet worden, in dem auch Psychologen, Oekonomen, Soziologen, Statistiker und Verfassungsjuristen sitzen? .Es ging ja auch darum, die komplette, foederal verfasste Republik verlaesslich einzubinden, bis hinab zum einzelnen, eigentlich entscheidungssouveraenen Gesundheitsamt auf Landkreisebene. Angesichts der Notsituation haette ein dermassen breit aufgestelltes Beratergremiumn in gut einem Monat berufen und arbeitsfaehig gemacht werden koennen, ja muessen.

    Wer es genauer wissen moechte, sollte sich die (gar nicht so grosse) Muehe machen, beim Bundesamt fuer Statistik in Wiesbaden (via Internet) die taegliche Sterblichkeit abzurufen. Tag fuer Tag sind die Sterbefaelle aufsummiert. Auf Wunsch auch nach Altersgruppen.

    Fuer jedermann ueberschaubar waere (oder ist) ein Zeitraum von etwa Januar 2015 bis heute. Die taeglichen Schwankungen ab 2015 sind vergleichsweise marginal. Nennenswerte Ausreisser gab es vor allem in fruehen Monaten des Jahres 2018. Die damalige Grippewelle forderte seinerzeit (vor zweieinhalb Jahren) allein in Deutschland 25.000 Todesopfer (durch oder mit dem betreffenden Grippevirus). An einen Lockdown dachte niemand, nicht mal an einen Mund- und Nasenschutz. Am oder mit dem Corona-Virus sind 2020 bis gestern 9.546 Menschen verstorben - und man weiss nicht, wieviele Todesfaelle aufs Konto des Lockdowns gehen. Klar ist allerdings, dass sich die Wirtschaft auf der Intensivstation befindet, unter anderem zusammen mit tausenden zutiefst verunsicherten und teilweise verzweifelten Menschen in Alten- und Pflegeheimen.

  6. 6. chris weiss

    Herr Gropper, das ist jetzt aber schon enttäuschend, dass Sie, der anderen zu Recherche rät, selbst derart schlecht recherchier und Wodarg als Kronzeugen aufführt. Wodarg hat noch im März erklärt, Epidemien mit Coronaviren träten jedes Jahr auf und bedürften keiner besonderen Schutzvorkehrungen oder Tests. Ein positiver Corona-Befund habe keine klinische Bedeutung. Ich glaube, diese Behauptung muss man schon gar nicht mehr widerlegen - über 2 Mio. Tote weltweit haben das bereits widerlegt. Dann bezog er sich Wodarg auf eine schottische Studie, in der es um die humanen Coronaviren 229E, NL63 und HKU1 ging. Diese sind weltweit als Auslöser von Atemwegserkrankungen und Erkältungen bekannt, führen aber meist zu Verläufen ohne Symptome oder mit moderaten Symptomen und sind n i c h t mit SARS-CoV-2 identisch. Umgangssprachlich würde man sagen, er verglich Äpfel mit Birnen. Die Folgen fehlender Schutzmassnahmen sind in den USA, Brasilien etc. zu besichtigen.
    Der Vergleich mit der Zahl der Grippetoten ist Unsinn. Grippeerkrankungen sind nicht meldepflichtig, weshalb die Zahlen zur Sterblichkeit auf Extrapolationen beruhen. Copvid19-Tote sind dagegen explizit an/mit dieser Krankheit gestorben. Diese Zahlen sidn keine Schätzungen. (und damit Sie nicht so lange nach entsprechenden Fakten suchen müssen: https://correctiv.org/faktencheck/2020/10/05/nein-es-ergibt-keinen-sinn-aktuelle-todeszahlen-von-covid-19-mit-aelteren-daten-zur-grippe-zu-vergleichen).
    Und nach inzwischen aus diversen Ländern vorliegenden genauen Obduktionsergebnissen, weiss man auch, dass 90% der Opfer tatsächlich an und nicht nur mit Covid 19 gestorben sind.

    Es ist ziemlich merkwürdig, aus niedrigen Opferzahlen in einem Land, das Schutzmassnahmen getroffen hat, zu schliessen, die Schutzmassnahmen brauche es gar nicht, das sehe man an den niedrigen Opferzahlen. Ist wie beim Auto fahren: Man braucht keine Gurtpflicht und keine Airbags - die Opferzahlen sind jaso niedrig. Und vergisst dabei, wie hoch die Opferzahlen vor bzw. ohne solche Schutzmassnahmen waren/wären.

  7. 7. Erich Gropper

    Verehrte Chris Weiss, es gibt ein Missverstaendnis: Ich bin nicht gegen Eindaemmungsmassnahmen, trage selber Mund- und Nasenschutz, wasche und desinfiziere mir die Haende und schmuse, schon aus Altersgruenden, nicht mehr so viel herum. Das soll aber weder mich noch Andere daran hindern, in Sachen Corona kritisch gegenueber Verordnungen “von oben” zu bleiben.

    Sie taeuschen sich auch im Hinblick auf meinen Umgang mit kritischen Stimmen. Natuerlich hat Wodarg auch Unzutreffendes geaeussert. Aber nicht in der Absicht, Irrtuemer zu verbreiten, sondern, wie ich meine, in echter Sorge. Sie wissen es doch auch: Fehler und falsche Hypothesen gehoeren zum wissenschaftlichen Fortgang. Ganz falsch laeuft der Karren, wenn der Dialog unterbunden wird, vor allem dann, wenn Haeme, Hass und Misstrauen mit im Spiel sind. Und Angst, vor allem, wenn Angst im Spiel ist.

    Es gibt gluecklicherweise Beispiele, dass es auch ganz anders gehen kann, verkoerpert etwa durch Jacinda Ardern, die Premieministerin Neuseelands, die stets Zuversicht verbreitet, wenn sie zu ihrem Volk spricht. Neuseeland hat auf Covid 19 sowohl entschlossen als auch umsichtig reagiert und ist inzwischen, von der Hauptstadt Auckland abgesehen, fast “Covid-frei”. Hochinteressant ist ferner das Ergebnis einer Studie von Forscherinnen der Universitaet Liverpool. Es stellte sich heraus, dass Staaten, die von Frauen regiert werden, deutlich weniger Corona-Tote zu beklagen haben. Dafuer, so vermeldet das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) in einem Bericht ueber die Studie, koennte unter anderem “der Kommunikationsstil von Regierungschefinnen mit ihren Bürgern in der Krise” eine Erklärung sein.

    Dass bei Zahlenangaben geschaetzt und eingeschaetzt, extrapoliert und hochgerechnet wird, ist normal. Gerade deshalb wuerde ich mir wuenschen, dass stets auch Statistiker an den Beratungsrunden der Regierungen teilnehmen.

    Im Uebrigen bin ich der Meinung, dass mit Angstmacherei Schluss sein sollte. Angst ist der potenteste Killer des Immunsystems. .

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